Devisenhandel
Die Stärken des Yens

Japans Währung steigt, wenn Anleger sich Sorgen machen - und umgekehrt. In den vergangenen Wochen, die von einer wieder aufflammenden Risikoaversion der Investoren geprägt waren, legte der Yen entsprechend deutlich zu. Experten erwarten jedoch, dass der Trend bald wieder dreht.

TOKIO. Der Yen hat in den vergangenen Wochen zum Euro und zum Dollar deutlich zugelegt. Doch Experten erwarten, dass die japanische Währung von ihrem Zwischenhoch bald wieder herunterkommt. Die japanische Währung reagiert besonders stark auf das Risikobewusstsein der Anleger weltweit. Haben die Investoren Angst, dann schaffen sie ihr Geld nach Japan - einer vergleichsweise unabhängigen Volkswirtschaft, die für ihre Stabilität bekannt ist. Damit treiben sie den Yen hoch. Wirkt die weltweite Lage dagegen sicher, legen viele Japaner ihr Geld renditestark im Ausland an. Dann fließen die Mittel also in umgekehrte Richtung.

"Der Yen wird wegen zunehmender Risikobereitschaft der Anleger sinken", sagt Shivani Tharmaratnam von der Credit Suisse in Singapur. "Da derzeit die Risikobereitschaft zunimmt, gibt es nur wenig Gründe, Yen zu kaufen", meint auch Devisenhändler Yosuke Hosokawa von Chuo Mitsui Trust & Banking. Der Markt rechne damit, dass die Weltwirtschaft den schlimmsten Teil der Rezession jetzt hinter sich lassen könne.

Auch die japanische Politik beeinflusst zunehmend das Geschehen an den Devisenmärkten: Äußerungen aus dem Finanzministerium in Tokio ließen auf Bereitschaft zu Markteingriffen schließen, um den Yen billiger zu machen.

"Unsicherheiten um den angeschlagenen Premier Taro Aso und die bevorstehenden Neuwahlen belasteten die Währung ebenfalls", so Tharmaratnam von Credit Suisse. Dazu komme, dass die Bank of Japan ihre Zinsen offenbar auf niedrigem Niveau lassen werde. Wenn jetzt noch starke Quartalszahlen aus den USA dazukommen, sei ein weiterer Wertverlust der japanischen Währung sehr wahrscheinlich.

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