Devisenhandel
Dollar nimmt Kurs auf Rekordtief zum Yen

Ganz Japan stönt über den hohen Yen-Kurs. Doch ein Ende der Stärke der japanischen Landeswährung ist nicht in Sicht. Zum Wochenschluss legte sie zu Euro und Dollar erneut deutlich zu. Der Dollar steht nun kurz vor einem Allzeittief.
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HB DÜSSELDORF. Der Dollar kommt nicht auf die Beine - zumindest im Vergleich zum japanischen Yen. Die US-Währung rutschte am Freitagmorgen auf Kurse uum 80,60 Yen je Dollar ab und droht damit erstmals seit 15 Jahren unter 80 Yen zu fallen. Sollte die Marke fallen, wäre auch ein Sturz unter das Allzeittief von 79,75 Yen je Dollar aus dem Jahr 1995 wahrscheinlich.

Grund für den anhaltenden Kursrutsch des Dollars ist nach wie vor die Erwartung einer weiteren geldpolitischen Lockerung der US-Notenbank. An den Märkten wird allgemein erwartet, dass die Fed unmittelbar nach den amerikanischen Kongresswahlen in der kommenden Woche neue Mittel zum Kauf von Anleihen freigeben wird. Spekuliert wird auf eine Liquiditätsspritze von einer Billion Dollar.

Gleichzeitig macht die japanische Notenbank noch keine Anzeichen, erneut am Devisenmarkt zu intervenieren, um die Stärke ihrer Landeswährung zu unterbinden. Im September hatte die Bank of Japan am Markt Yen verkauft, hatte mit diesem Schritt aber nur ganz kurzfristig Erfolg. Ein erneutes Eingreifen erwaten Händler erst für den Fall, dass der Dollar tatsächlich unter 80 Yen fällt.

Allerdings steigt der Druck auf die Bank of Japan, denn die Yen-Stärke lastet zunehmend auf den Unternehmen des Landes. Das zeigen die ersten Halbjahresergebnisse, die Japans Konzerne zurzeit vorlegen. Zahlreiche Firmen mit Exportorientierung scheitern an ihren eigenen Prognosen, andere fahren ihre Gewinnschätzungen für das Gesamtjahr bereits deutlich zurück. An der Tokioter Börse warf das den Nikkei-Index am Morgen um mehr als 1,5 Prozent zurück.

Auch der Euro fiel im Vergleich zum Yen am Morgen deutlich zurück. Mit einem Minus von 0,7 Prozent auf rund 112 Yen je Euro fiel die Gemeinschaftswährung sogar noch stärker als der Dollar. Auch im direkten Verhältnis zur US-Währung gab der Euro nach. Mit Kursen um 1,3880 Dollar notierte er rund 0,3 Prozent schwächer als am Vorabend in New York.

Am Nachmittag könnte der Devisenmarkt erneut in Bewegung kommen. Dann wird in den USA das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal bekanntgegeben.

Kommentare zu " Devisenhandel: Dollar nimmt Kurs auf Rekordtief zum Yen"

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  • Zitat aus dem Artikel: "Ein erneutes Eingreifen erwaten Händler erst für den Fall, dass der Dollar tatsächlich unter 80 Yen fällt."

    Ja ja, ist schon trügerisch dieser Finanzschlick! Oder meintet ihr vielleicht "erwarten"? :-)

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