Devisenhandel
Euro erholt sich in kleinen Schritten

Der Euro dürfte die Woche deutlich über seinen Tiefs beenden. Die Veröffentlichung der Banken-Stresstests macht Devisenanlegern keine Angst. Sehr fest präsentiert sich nach wie vor der japanische Yen.
  • 0

DüsseldorfVor der Veröffentlichung des europäischen Banken-Stresstests haben Anleger einen Bogen um den Euro gemacht. Zum britischen Pfund fiel die Gemeinschaftswährung mit 87,45 Pence auf ein Ein-Monats-Tief, notierte am Nachmittag aber wieder in der Nähe des Vortagesschlusses bei 0,8767 Pence. Zum Greenback gab der Euro auf 1,4118 Dollar nach (New Yorker Vortagesschluss 1,4144 Dollar). Händlern zufolge fürchteten Anleger vor allem, dass die Test-Ergebnisse die wegen der Schuldenkrise im Euroraum ohnehin schon angespannte Stimmung weiter belasten könnte.

Mit großen Überraschungen bei der Vorlage der Resultate um 18.00 Uhr (MESZ) wurde aber nicht gerechnet. Nach Reuters-Informationen dürften europaweit zehn bis 15 Banken durchfallen. Zwei spanische Institute - Banco Pastor und CatalunyaCaixa - gaben schon bekannt, dass sie nach den Maßstäben der EBA nicht bestehen werden. „Es könnte sein, dass der Stresstest für den Markt eine Art Nicht-Ereignis sein wird“, sagte Jane Foley, Währungsstrategin bei der Rabobank. Der Markt positioniere sich dafür, dass die Ergebnisse zwar nicht brillant ausfielen, die Banken aber sehr wohl genug Luft zum Atmen hätten.

Für Bewegung am Devisenmarkt sorgten auch US-Konjunkturdaten. Daten der New Yorker Federal Reserve zufolge fiel der Index für das Verarbeitende Gewerbe in den USA im Juli mit minus 3,76 Punkten weitaus schlechter ausfiel als angenommen. Analysten hatten mit einem Plus von 4,5 Punkten gerechnet. Die etwas höher als erwartet ausgefallenen US-Verbraucherpreise im Juni stützten den Dollar. „Das untermauert die Aussage von Notenbankchef Ben Bernanke, dass eine dritte Runde der geldpolitischen Lockerung nicht in Sicht ist“, sagte Joe Manimbo, Marktanalyst von Travelex Global Business Payments. Der Dollar machte damit zugleich Verluste aus dem frühen Handel wieder wett. Die Warnung der Ratingagentur S&P, die Kreditwürdigkeit der USA herabzustufen, falls im Streit zwischen Republikanern und Demokraten um den Staatshaushalt keine Lösung gefunden werde, hatte die US-Währung zunächst belastet.

Weiterhin bereitete die schwelende Schuldenkrise in Europa den Investoren Ungemach. Eine Lösung für das von einer Staatspleite bedrohte Griechenland war vor dem Wochenende nicht in Sicht. In Italien, das zuletzt ebenfalls ins Visier der Märkte geratenen war, kündigte Finanzminister Giulio Tremonti an, dass dank Ausgabekürzungen und Einnahme-Erhöhungen das Haushaltsdefizit stärker sinken werde als erwartet. Dessen ungeachtet stiegen die Kreditausfallversicherungen für Staaten aus Südeuropa an. So legten Markit-Daten zufolge CDS (Credit Default Swaps) mit fünfjähriger Laufzeit auf griechische Anleihen um 44 Basispunkte auf 2400 Basispunkte zu. Auch die Ausfallversicherungen für Papiere aus Portugal und Italien verteuerten sich. Der Bund-Future stieg um 28 Ticks auf 128,70 Punkte. Die Bundesanleihe mit zehnjähriger Laufzeit rentierte mit 2,72 Prozent.

Euro/Dollar-Fixings Aktuell 14.07.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Devisenhandel: Euro erholt sich in kleinen Schritten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%