Devisenhandel
Euro fällt auf Acht-Monats-Tief

Deutlich gesunkene Rohstoffpreise und die Angst vor einer Rezession im Euroraum haben den Euro in den vergangenen Wochen kräftig unter Druck gesetzt.

HB FRANKFURT. War die die europäische Gemeinschaftswährung Mitte Juli noch auf ein Rekordhoch von knapp mehr als 1,60 Dollar gestiegen, verlor der Euro seither rund zehn Prozent an Wert und kostete am Mittwoch nur noch 1,44 Dollar. Damit notiert die Gemeinschaftswährung nunmehr in der Nähe ihres Stands von Anfang Februar, als der Euro zu einem nachhaltigen Anstieg in Richtung 1,60 Dollar ansetzte.

Seit der im Sommer 2007 ausgebrochenen US-Hypothekenkrise hatte der Euro einen beispiellosen Gipfelsturm hingelegt, der Anfang 2008 nur zeitweise unterbrochen wurde. So stieg der Euro zum Dollar seit August vergangenen Jahres von rund 1,35 Dollar um 25 Cent oder fast zwanzig Prozent auf 1,60 Dollar. Als Gründe nannten Experten seinerzeit vor allem die ungünstigen Wachstumsaussichten für die US-amerikanische Konjunktur, die - belastet von dem krisengeschüttelten Häusermarkt - in eine Rezession zu gleiten schien. Zudem heizte das Szenario einer US-Rezession die Nachfrage der Investoren nach Rohstoffen an. So waren zahlreiche Anleger wegen des schwachen Dollar auf der Suche nach einer alternativen Anlagemöglichkeit - und wurden im Rohstoffsektor fündig.

Trend zu steigenden Rohstoffpreisen unterbrochen

Rohstoffe, allen voran Rohöl, wandelten sich in der Folgezeit immer mehr von reinen Gütern zu einer alternativen Anlageklasse an den Finanzmärkten. Als Folge stiegen die Rohstoffpreise, und auch hier insbesondere die Preise für Rohöl, mit Rekordsprüngen in bisher nicht gekannte Höhen. So kletterte der Preis für die weltweit wichtigste Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) bis Mitte Juli auf knapp 150 Dollar. Ein Jahr zuvor kostete Rohöl mit rund 70 Dollar weniger als die Hälfte. Kräftig zugelegt hatten bis zu diesem Sommer auch andere Rohstoffe wie Edelmetalle, insbesondere Gold sowie Industrie- und Agrarrohstoffe.

Dieser Trend steigender Rohstoffpreise ist seit Mitte Juli allerdings vorerst abgebrochen. So sank der Ölpreis von damals knapp 150 Dollar um fast 30 Prozent auf zuletzt etwas mehr als 105 Dollar. Auch Edelmetalle wie Gold, Industriemetalle wie Aluminium und Agrarrohstoffe wie Weizen gaben zum Teil kräftig nach. Experten begründeten die Talfahrt an den Rohstoffmärkten vor allem mit einer weltweiten Konjunktureintrübung, insbesondere aber im Euroraum. Auch die seit Juli merklich festere US-Währung habe zu einer Verteuerung der in Dollar notierten Rohstoffe und mithin zu einer verminderten Rohstoffnachfrage geführt.

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