Devisenhandel
Euro fällt zum Dollar wieder zurück

Die Kursgewinne des Euros nach der Zinsentscheidung der EZB haben nicht lange gehalten. Die Gemeinschaftswährung ist wieder unter 1,27 Dollar gefallen. Experten führen das unter anderem darauf zurück, dass die Euro-Zone den USA im Konjunkturzyklus hinterhinkt.

HB FRANKFURT. Der Euro hat am Freitag trotz enttäuschender US-Konjunkturdaten einen Großteil seiner am Vortag erzielten Kursgewinne zum Dollar wieder eingebüßt. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am späten Nachmittag 1,2677 Dollar und damit knapp einen Cent weniger als noch am Morgen. Am Donnerstag war der Euro nach der größten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) in ihrer Geschichte zwischenzeitlich bis auf 1,2848 Dollar geklettert. Die EZB setzte den Referenzkurs am Freitag auf 1,2665 (Donnerstag: 1,2620) Dollar fest. Der Dollar war 0,7896 (0,7924) Euro wert.

"Das globale Konjunkturbild trübt sich dramatisch ein", sagte Devisenexperte Thomas Amend vom Bankhaus HSBC Trinkaus mit Blick auf den US-Arbeitsmarkt und den neuerlichen Einbruch der Bestellungen bei der Industrie in Deutschland. Vor dem Hintergrund des massiven Stellenabbaus in den USA allein im November um über eine halbe Million dürfte die US-Notenbank den Leitzins rasch von derzeit 1,00 Prozent in Richtung Null Prozent weiter senken und auch die neue Regierung unter US-Präsident Barack Obama werde zügig ein Konjunkturpaket auflegen.

"Das Fiskalpaket in den USA erscheint weiter deutlich größer als in der Euro-Zone", sagte Amend. Dabei hinke die Euro-Zone im Konjunkturzyklus den USA hinterher. Negative Überraschungen seien deshalb in der Eurozone weiterhin zu erwarten. So zeichne sich bei den Stimmungsindikatoren in den USA noch keine Bodenbildung ab. Die düsteren Konjunkturperspektiven setzten die Aktienmärkte weiter unter Druck. Davon profitiere weiter tendenziell der Dollar, sagte Amend. Allerdings habe sich der Euro bereits seit längerer Zeit in einer recht breiten Handelsspanne zum Dollar von 1,23 bis 1,31 Dollar regelrecht festgefahren.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,8666 (0,8626) britische Pfund, 116,91 (117,10) japanische Yen und auf 1,5380 (1,5335) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 749,00 (773,25) Dollar gefixt. Der Kilobarren kostete 19 535 (19 630) Euro.

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