Devisenhandel
Euro gibt zum Dollar nach

Nach seinem jüngsten Höhenflug hat der Euro am Dienstag weiter leicht an Wert gegenüber dem Dollar eingebüßt. Börsianer begründeten die anziehende Nachfrage nach Dollar mit Spekulationen, die führenden sieben Industrienationen (G7) könnten auf ihrem Treffen nächste Woche die schwache US-Währung zum Thema machen.

HB FRANKFURT. Der Euro notierte am Nachmittag bei 1,4032 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs mit 1,4037 (Montag 1,4089) Dollar fest. Erst vergangene Woche war die Gemeinschaftswährung auf ein Rekordhoch von 1,4281 Dollar geklettert. „Insgesamt scheint die seit Anfang des Monats laufende Korrektur noch nicht beendet zu sein“, erklärte Ulrich Wortberg von der Helaba.

Bei dem Treffen der EU-Finanzminister in Luxemburg rückten die Minister den gezielt niedrig gehaltenen Kurs der chinesischen Währung Yuan in den Vordergrund. Anders als EU-Diplomaten erwartet hatten, verabredeten sie nicht, beim nächsten Treffen der G-7-Finanzminister und -Notenbankchefs am 19. Oktober auf schärfere Worte in der Erklärung über Wechselkurse zu drängen. „Die Situation ist aber sehr diffus, die Nervosität ist groß“, sagte Devisenexperte Mario Mattera vom Bankhaus Metzler. Manche Anleger spekulieren dennoch darauf, dass der schwache Dollar-Kurs doch noch auf die Tagesordnung des Treffens geraten könnte. Drängt die G7 auf einem höheren Dollarkurs, würde dies zu einer Abschwächung des Euro führen.

Mit Spannung warteten Devisenhändler auf die für den Abend anstehende Veröffentlichung der Protokolle zur Sitzung der amerikanischen Notenbank am 18. September. An diesem Tag hatte die Fed die Zinsen um 50 Basispunkte auf 4,75 Prozent gesenkt. „Anhand der Aufzeichnungen dürfte es möglich sein, besser zu verstehen, welche Umstände die Fed zu der vergleichsweise aggressiven Senkung bewegt haben und wie sie in den kommenden Monaten agieren wird“, heißt es in einem Marktkommentar von HSBC. Aus Sicht mancher Marktteilnehmer sind weitere Zinsschritte durchaus denkbar. „Obwohl die September Arbeitsmarktdaten stärker als erwartet waren, heißt das nicht, dass die Fed die Zinsen im Oktober nicht weiter senkt“, sagte Tsutomu Soma von Okasan Securities.

An den Rentenmärkten erholten sich die Kurse weiter. Der Bund-Future gewann 32 Ticks auf 112,66 Punkte. Die zehnjährige Bundesanleihe stieg um 16 Ticks auf 99,41 Zähler und rentierte mit 4,321 Prozent. „Das ist auch eine Reaktion auf die heftigen Verluste vom Freitag“, sagte Mattera. Zudem profitierten europäische Staatsanleihen vom gesenktem Wachstumsausblick des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die Weltwirtschaft. Wie Reuters aus IWF-Kreisen erfahren hat, erwartet die Organisation für die Weltwirtschaft im nächsten Jahr nur noch ein Wachstum um 4,8 Prozent nach bislang prognostizierten 5,2 Prozent. Dies heize Händlern zufolge Spekulationen auf weitere Zinssenkungen an. Die Umlaufrendite börsennotierter öffentlicher Anleihen lag bei 4,33 (Montag 4,34) Prozent. Der Rex-Rentenindex gab um 0,05 Prozent auf 114,6381 Punkte nach.

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