Devisenhandel
Euro markiert neue Rekordmarke bei 1,4873 Dollar

Am Devisenmarkt setzen die Investoren immer stärker auf eine Zinssenkung der US-Notenbank. Diese würde Anlagen in Euro lukrativer machen – daher markiert die Gemeinschaftswährung fast täglich ein neues Rekordhoch. So kostete ein Euro am Donnerstag zeitweise bis zu 1,4873 Dollar, soviel wie nie seit der Einführung 1999. Am Vorabend in New York waren noch 1,4855 Dollar gezahlt worden.

FRANKFURT. Nach Ansicht von Analysten ist die Rekordjagd des Euro noch nicht vorüber: „Wir rechnen mit einer anhaltenden Schwäche des Dollar und wären nicht überrascht, wenn der Euro bald die Marke von 1,50 Dollar nimmt - und das eher in den nächsten Wochen als in den nächsten Monaten“, sagte Währungsanalyst Teis Knuthsen von Danske Markets. Vor allem die schwächere Entwicklung der US-Wirtschaft im Vergleich zum Rest der Welt belaste den Dollar, sagte Knuthsen. Den Referenzwert des Euro legte die EZB mit 1,4829 (Mittwoch: 1,4814) Dollar fest, im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) notierte der Euro bei 1,4825 (1,4786) Dollar.

Trotz der Rekordjagd des Euro läuft das Geschäft am Renten- und Devisenmarkt Händlern zufolge ruhig. „Uns fehlen die Vorgaben aus den USA“, erklärte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. An den US-Märkten wird am Donnerstag wegen des Feiertages „Thanksgiving“ nicht gehandelt, am Freitag bleiben die japanischen Investoren dem Markt fern.

In Schwung dürfte der Handel seiner Meinung nach erst nächste Woche kommen, wenn wichtige Daten wie beispielsweise der deutsche Ifo-Index auf der Agenda stehen. „Bis dahin bleibt die Angst im Markt“, sagte Wortberg. Der Bund-Future bewegte sich kaum: Am späten Nachmittag lag der Kontrakt auf deutsche Staatsanleihen acht Ticks im Plus bei 115,25 Prozent. Die zehnjährige Bundesanleihe fiel dagegen um einen Tick auf 99,72 Punkten und rentierte mit 4,033 Prozent. Die mittlerweile erreichten Niveaus seien hoch, zugleich aber profitierten die Titel von den Turbulenzen in anderen Märkten, erklärten Experten die Bewegungen. So komme den Renten auch zugute, dass am Vortag der Interbanken-Handel mit Covered Bonds bis zum Montag eingestellt wurde. „Die Probleme im Covered-Bond-Bereich haben die Risikoaversion verstärkt und das ist natürlich ein Umfeld, von dem Staatsanleihen profitieren“, sagte Wortberg.

Die von der Bundesbank errechnete Umlaufrendite börsennotierter öffentlicher Anleihen stieg auf 4,02 (4,00) Prozent. Der Rex-Rentenindex sank um 0,1 Prozent auf 117,1120 Punkte.

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