Devisenhandel
Euro setzt Rekordjagd fort

Der Euro notierte beim Übergang in den europäisch geprägten Handel am Montagmorgen auf einem neuen Rekordniveau gegenüber der US-Währung über 1,44 Dollar. In Asien wurde kurzfristig die Marke von 1,4426 $ markiert. Damit setzt die Einheitswährung die Aufwärtsbewegung gegen den Dollar ungebremst fort.

HB FRANKFURT/M. Der Euro hat am Montag seine Rekordjagd fortgesetzt. Die Aussicht auf weiter sinkende Leitzinsen in den USA trieb den Euro am Morgen in der Spitze bis auf 1,4438 Dollar. Die erst zum Wochenausklang erreichte Rekordmarke von knapp 1,44 US- Dollar wurde damit deutlich übertroffen. Zuletzt kostete ein Euro 1,4410 Dollar. Der Dollar war 0,6939 Euro wert. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs noch auf 1,4384 (Donnerstag: 1,4309) Dollar festgesetzt.

„Der Euro jagt von Hoch zu Hoch“, sagte Ökonom Rainer Sartoris vom Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt. Dieser Trend dürfte zunächst anhalten. Der Grund ist laut Experten die Erwartung weiter sinkender Leitzinsen in den USA angesichts der Immobilienkrise. „Die Fed dürfte die Märkte wohl nicht enttäuschen“, erklärte Sartoris. Am Markt wird für Mittwoch eine Leitzinssenkung von mindestens 0,25 Prozentpunkten erwartet.

Die Fed-Funds-Futures preisen mittlerweile eine Senkung des zentralen Leitzinses um 25 Basispunkte auf 4,50 Prozent zu 100 Prozent ein. Allerdings schließen einige Beobachter auch einen großen Zinsschritt von 50 Basispunkten nicht mehr generell aus.

Für die Eurozone ist der Zinskurs Ökonomen zufolge unterdessen weniger klar vorgezeichnet. Angesichts weiterhin bestehender Inflationsrisiken gilt für die Eurozone eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank als weiterhin nicht gänzlich ausgeschlossen. Nicht zuletzt Bundesbankpräsident Axel Weber hatte in jüngster Zeit vor weiter bestehenden Inflationsgefahren gewarnt. Allerdings wird der Preisauftrieb Ökonomen zufolge zumindest etwas durch den Euro-Höhenflug gedämpft, da viele Rohstoffe wie Rohöl in Dollar abgerechnet werden.

Die Commerzbank sieht angesichts einer ungewöhnlichen Fülle an herausragenden US-Konjunkturdaten in der laufenden Woche und der Zinsentscheidung der US-Notenbank an diesem Mittwoch die „Woche der Wahrheit“. Dem „stark angeschlagenen Dollar“ könnte eine Achterbahnfahrt drohen, heißt es in einer am Morgen veröffentlichten Studie des Bankhauses. Die Zinssenkungserwartungen seien ausgeprägt. Ein robustes Wirtschaftswachstum im dritten Quartal könnte die Zinserwartungen am Mittwoch aber dämpfen.

Charttechnisch liegen die nächsten Widerstände für den Euro bei 1,4450 Dollar und im Anschluss bei 1,4510 Dollar. Nach unten liegt eine Unterstützung bei 1,4385 Dollar.

Die Feinunze Gold notierte am Morgen bei 791,70 Dollar und profitierte damit von der anhaltenden Dollarschwäche. Kurzfristig notierte Gold sogar über dem Niveau von 793 Dollar und markierte damit ein neues 28-Jahreshoch. Zum Nachmittagsfixing am Freitag in London wurden noch 779,15 Dollar ermittelt.

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