Devisenhandel
Eurokurs setzt Erholung fort

Der Euro hat zu Wochenbeginn von der Aussicht auf baldige Zinssenkungen in den USA profitiert und seinen Erholungskurs zum Dollar fortgesetzt.

HB FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung pendelte am Montagvormittag um die Marke von 1,35 Dollar, nachdem sie am Freitag mit 1,3474 Dollar aus dem US-Geschäft gegangen war. „Die US-Hypothekenkrise hat Schwachpunkte der US-Wirtschaft offen gelegt, die zu einer weiteren Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität in der zweiten Jahreshälfte führen können“, sagte Devisenstratege Karl Broecker von der LBBW. Er geht davon aus, dass die US-Notenbank im September den Leitzins senken wird, um den Markt zu stabilisieren. „Daher schichten einige Anleger Gelder von Dollar in Euro um“, sagte Broecker.

Erst am Freitag hatte die US-Notenbank (Fed) überraschend den Diskontsatz, zu dem sich Banken bei der Fed direkt Gelder leihen können, um einen halben Prozentpunkt auf 5,75 Prozent gesenkt. Viele Börsianer sehen dies als Vorbote, dass die Währungshüter auf ihrer Sitzung am 18. September auch den Zielsatz für Tagesgeld senken werden. „Fakt ist, dass die Fed sich mit dem Schritt vom letzten Freitag selbst unter Lieferdruck gesetzt hat, den gilt es nun zu befriedigen“, schreibt die Bremer Landesbank in einem Kommentar.

Die Bereitschaft der Fed, die negativen Wirkungen der Finanzmarktturbulenzen auf die Wirtschaft abzufedern, erhöhte zu Wochenbeginn wieder etwas die Risikoneigung der Investoren. Hatten viele Anleger in der vergangenen Woche Spekulationsgeschäfte in Yen aufgelöst, gingen sie Händlern zufolge nun wieder vermehrt so genannte Carry Trades ein. Der Yen geriet dadurch zu Wochenbeginn zum US-Dollar massiv unter Druck.

Bei Carry Trades leihen sich Anleger Geld in niedrig verzinsten Währungen wie dem Yen und legen die Mittel in Hochzinswährungen wie Euro oder Dollar an. Angesichts der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten hatten viele Anleger ihre Positionen zuletzt aufgelöst und mussten Yen zurückkaufen, um ihre Kredite zurückzuzahlen.

Dass die Investoren wieder etwas zuversichtlicher sind, zeigte sich zu Wochenbeginn auch an den in Krisenzeiten gesuchten Anleihen. Der Bund-Future gab 19 Ticks auf 113,14 Punkte nach. „Die US-Notenbank hat den Märkten in Sachen Krise etwas Wind aus den Segeln genommen“, meinen die Experten vom Bankhaus Metzler.

Die Angst vor einem Übergreifen der US-Hypothekenkrise auf die Weltwirtschaft hatte zuletzt verstärkt Anleger in die als „sicherer Hafen“ geltenden Staatsanleihen gezogen. Die dem Bund-Future zugrunde liegende zehnjährige Bundesanleihe verlor 17 Ticks auf 99,46 und rentierte bei 4,315 Prozent.

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