Devisenhandel
Eurokurs stabilisiert sich bei 1,31 US-Dollar

Der Kurs des Euro hat sich am Montag bei der Marke von 1,31 US-Dollar eingependelt.

HB FRANKFURT. Eine leichte Ausweitung des Defizits in der US-Leistungsbilanz im dritten Quartal gab der Gemeinschaftswährung am Nachmittag kurzzeitig Auftrieb. Sie stieg auf ein Tageshoch von 1,3120 Dollar, ehe sie dann wieder auf das alte Niveau von 1,3096 Dollar zurückfiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs mit 1,3095 (Freitag: 1,3106) Dollar fest. Während der vergangenen drei Handelstage hatte der Euro rund zwei Cent zur US-Währung verloren.

„Wir sind in einer Konsolidierungsphase“, sagte Stratege Joachim Kneissl von der Landesbank Baden-Württemberg. Seiner Einschätzung nach ist die Phase eines nachgebenden Euro-Kurses noch nicht vorbei. „Ich könnte mir durchaus Kurse von 1,3050 bis 1,3030 Dollar vorstellen. Auf diesem Niveau sollte man dann wieder einsteigen“, erklärte Kneissl.

Das mit 225,6 Milliarden Dollar weitgehend im Rahmen der Erwartungen ausgefallene US-Leistungsbilanzdefizit bewegte die die Kurse an den Devisenmärkten nur vorübergehend. „Dass sich das Leistungsbilanzdefizit nur marginal im dritten Quartal erhöht hat deutet an, dass die USA das Tal durchschreiten“, sagte Devisenstratege Eugen Keller vom Bankhaus Metzler. Er wertet die Daten als „erste Hoffnungsfunken am Horizont“ zum Abbau des Defizits. Das US-Leistungsbilanzdefizit gilt als eines der größten Risiken für die Weltwirtschaft, da die USA zur Finanzierung des in den vergangenen Jahren stetig gewachsenen Fehlbetrags immer mehr ausländisches Kapital benötigen. Bleibt dieses aus, droht eine massive Abwertung des Dollars.

Unterdessen hat der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, vor einer Lohn-Preis-Spirale gewarnt und zu maßvollen Tarifabschlüssen aufgerufen. „Wenn wir nachhaltiges Wachstum und Arbeitsplätze schaffen wollen, ist ein hohes Niveau an Verantwortlichkeit nötig“, sagte Trichet in einem Zeitungsinterview. In der Euro-Zone stehen die Zeichen nach Ansicht der EU-Kommission weiter auf Wachstum. Wie aus dem Quartalsbericht der Kommission hervorgeht, werden 2007 zwar der schwächere Dollar und die Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland auf das Wachstum drücken. Insgesamt werde das Wachstum aber stark bleiben.

Nach seinen jüngsten Kursgewinnen gab der Dollar zu Wochenbeginn zur japanischen Währung leicht auf 118,00 Yen nach. Gesprächsthema am Markt war Händlern zufolge die Sitzung der japanischen Notenbank BOJ am Dienstag. Mit einer Änderung des Leitzinses von 0,25 Prozent wird nicht gerechnet. Die Marktteilnehmer erhoffen sich aber Hinweise, ob BOJ-Chef Toshihiko Fukui im Januar einen Zinsschritt vornehmen könnte. „Wenn Fukui einen Zinsschritt der BOJ im Januar andeutet, dann werden wir Kursgewinne beim Yen sehen, da nicht jeder am Markt mit einer Anhebung der Zinsen im nächsten Monat rechnet“, sagte Chef-Währungsstratege Toru Umemoto von Barclays Capital.

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