Devisenhandel
Eurokurs steigt stark

Die Stimmung am Devisenmarkt scheint sich zugunsten des Euro gedreht zu haben: Nach einer monatelangen Talfahrt notierte die Gemeinschaftswährung am Donnerstag zum ersten Mal seit Ende Oktober wieder über der Marke von 1,32 Dollar.

HB FRANKFURT. „Wie an der Schnur gezogen geht es seit einiger Zeit nach oben“, sagte ein Händler. Am frühen Nachmittag mussten für einen Euro 1,3260 Dollar gezahlt werden, nach 1,3013 Dollar am Vorabend.

Nach Einschätzung von HSBC-Analyst Rainer Sartoris werden am Markt zunehmend die Risiken für die US-Währung wahrgenommen. „Die Lage in den USA ist momentan sehr schwierig. Die Amerikaner sind zwar sehr kreativ bei der Lösung von Problemen - doch möglicherweise werden damit auch neue Probleme geschaffen, wie beispielsweise Inflation“, sagte er. Diese Befürchtung belaste den Dollar. Zudem drückten schwache Konjunkturdaten aus den USA: In der ersten Dezember-Woche stellten 573 000 Amerikaner einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe und damit so viele wie seit 26 Jahren nicht mehr.

Schlechte Nachrichten für den Euro wurden dagegen kaum beachtet. Dabei steht Deutschland nach Einschätzung des Münchener Ifo-Instituts vor einem jahrelangen Abschwung. Und auch die Europäischen Zentralbank (EZB) prognostizierte, dass die globale Wirtschaftsschwäche in den kommenden Quartalen anhält. Das sei aber keine Überraschung, sagten Marktteilnehmer. Zugleich ist nach Einschätzung von EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark der Spielraum für weitere Zinssenkungen gering. Nach der zuletzt starken Lockerung um eindreiviertel Prozentpunkte seit Oktober seien die Möglichkeiten so begrenzt, dass voraussichtlich nur kleine Schritte denkbar seien, sagte er bei einem Symposium am Mittwochabend. Das stütze den Euro zusätzlich.

Den Referenzkurs für die Gemeinschaftswährung legte die EZB auf 1,3215 (Mittwoch: 1,2925) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) notierte der Euro bei 1,3188 (1,2937) Dollar.

Am Rentenmarkt schwankten die Kurse um das Vortages-Niveau. Nach zwischenzeitlichen Verlusten notierte der Bund-Future am Nachmittag 17 Ticks höher bei 122,65 Zähler. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,180 Prozent. Die Umlaufrendite börsennotierter öffentlicher Anleihen fiel auf 3,15 (3,16) Prozent. Der Rex-Rentenindex notierte 0,5 Prozent höher bei 120,1749 Stellen.

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