Devisenhandel
Obama-Effekt stützt den Dollar nur kurz

Kursgewinne des US-Dollars nach dem klaren Wahlsieg von Barack Obama haben sich als Strohfeuer erwiesen. Am Devisenmarkt rücken jetzt die Zinsentscheidungen der EZB und der Bank of England in den Fokus.

HB FRANKFURT. Vom Wahlsieg des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama hat der Dollar nur kurz profitiert. Am Mittwochnachmittag wurde der Euro schon wieder über 1,30 Dollar gehandelt; kurz nach Bekanntgabe des Wahlsiegers war die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2795 Dollar gefallen. Analysten zufolge war damit vor allem das klare Wahlergebnis honoriert worden. Jeder sei froh, dass es kein langes Tauziehen um den künftigen Präsidenten geben wird.

Im Verlauf setzten nach Aussage von Händlern aber massive Dollar-Verkaufsaufträge ein. "Die Währungsmärkte sind momentan fundamental einfach nicht zu fassen", kommentierte der Leiter des Devisenhandels bei MM Warburg & CO, Uwe Janz. Sie seien getrieben von nicht vorhersagbaren Geldströmen. Zur japanischen Währung verlor der Dollar knapp ein Prozent und kostete 98,90 Yen. Zum britischen Pfund notierte der Greenback nahezu unverändert. Ein Pfund war für knapp 1,60 Dollar zu haben.

Händlern zufolge positionierten sich Investoren zunehmend für die am Donnerstag anstehenden Zinsentscheidungen von Bank of England und EZB. Experten sind sich einig, dass beide Institute den Zins senken werden. Nach der überraschend hohen Zinssenkung in Australien halten einige Investoren inzwischen sogar einen Zinsschritt um einen Prozentpunkt bei der britischen Notenbank für möglich. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) wetten Anleger verstärkt auf eine Senkung um 75 Basispunkte.

Die EZB legte am Mittag den Referenzwert des Euro mit 1,2870 (Dienstag: 1,2820) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Wert mit 1,2960 (1,2785) Dollar ermittelt.

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