Devisenhandel
Spekulation auf großen Zinsschritt – Euro gibt weiter nach

Der Euro ist erneut gefallen. Damit positionieren sich Investoren offenabr bereits für die Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag. Nach Einschätzung von Experten dürfte die Notenbank die Zinsen wegen der düsteren Perspektiven für die Wirtschaft deutlich senken.

HB FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung fiel am Montag bis auf 1,3328 Dollar, bevor sie sich wieder auf Niveaus um 1,34 Dollar erholte. Händlern zufolge begannen Investoren bereits, sich für die Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag zu positionieren.

Nach Einschätzung der meisten von Reuters befragten Volkswirte werden die Notenbanker wegen der düsteren Perspektiven für die Wirtschaft die Zinsen um 50 Basispunkte auf zwei Prozent senken. Am Markt verbreitet sich allerdings die Ansicht, dass die EZB die Zinsen um 75 Basispunkte reduziert; einige Anleger rechnen sogar mit einem Schritt um einen ganzen Prozentpunkt. „Sollte die EZB eine Senkung um 25 Basispunkte oder sogar überhaupt keine vornehmen, wäre das eine große Enttäuschung“, prognostizierte ING-Zinsstratege Padhraic Garvey.

Auch die jüngsten Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wurden nicht als Beweis gegen einen Zinsschritt gewertet. 2009 würden die Wachstumszahlen in allen wichtigen industrialisierten Volkswirtschaften negativ sein, sagte der Notenbanker in Basel. Erst 2010 sei mit einer Erholung der Weltwirtschaft zu rechnen. Zu den Konsequenzen daraus für die Geldpolitik der EZB wollte sich Trichet nicht äußern.

Den Referenzwert des Euro legte die EZB bei 1,3394 Dollar fest. Am Freitag war der Kurs - noch vor einem deutlichen Rückgang in Folge der US-Arbeitsmarktdaten - bei 1,3684 Dollar festgesetzt worden. Im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) sank der Euro auf 1,3412 (1,3715) Dollar.

Am Rentenmarkt fiel der Bund-Future leicht zurück. Die Investoren bereiteten sich auf die Zinsentscheidung der EZB und auf zahlreiche Neuemissionen in dieser Woche vor, sagte ein Händler. Österreich, Deutschland, Italien, Spanien und die Niederlande dürften in den kommenden Tagen neue Papiere ausgeben. Der Bund-Future sank bis zum Nachmittag um 20 Ticks auf 124,52 Zähler. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe rutschte auf 3,045 (3,106) Prozent.

Die Umlaufrendite börsennotierter öffentlicher Anleihen fiel auf 2,93 (2,96) Prozent. Der Rex-Rentenindex notierte 0,11 Prozent niedriger bei 121,9898 Punkten.

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