Devisenhandel
US-Konjunkturdaten geben Dollar Auftrieb

Nach einer positiven Überraschung bei den US-Einzelhandelsdaten hat der Euro am Dienstag weiter an Boden verloren. Die Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag um 1,5460 Dollar gehandelt, nachdem sie am Morgen noch deutlich über 1,55 Dollar gelegen hatte.

HB FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank hatte am Mittag den Euro-Referenzkurs bei 1,5473 Dollar festgelegt. Der Bund-Future weitete seine Verluste deutlich aus.

Die Umsätze im US-Einzelhandel ohne Berücksichtigung des Autosektors waren im April um 0,5 Prozent gestiegen, von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Das gab dem Dollar Auftrieb. „Vielleicht haben die Haushalte schon vor der Versendung der Steuerschecks damit begonnen, diese teilweise auszugeben. Auf jeden Fall ist ein absoluter Rückgang des realen Konsums im zweiten Quartal nun unwahrscheinlich geworden“, kommentierten die Analysten der Commerzbank.

„Damit sind Zinssenkungsfantasien aus dem Markt getrieben worden“, sagte Helaba-Devisenexperte Ralf Umlauf. Am Markt setzten einige Marktteilnehmer mittelfristig sogar bereits auf Zinserhöhungen.

Hinzu kam, dass die US-Importpreise deutlicher gestiegen waren als erwartet, was Analysten zufolge einen stärkeren Inflationsdruck signalisierte. „Der Markt wird immer sensibler was Inflationsdaten anbelangt, auch Fed-Offizielle hatten zuletzt betont, dass ihnen gar nicht gefällt, was an der Inflationsfront passiert. Diese Daten sensibilisieren den Markt dafür, dass eine Zinswende in den USA anstehen könnte“, sagte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus.

Auch jüngste Aussagen von europäischen Zentralbankern stellten die Inflationsproblematik wieder in den Vordergrund. EZB-Ratsmitglied Christian Noyer sagte, dass der Inflationsdruck die Notenbanken weltweit weiter vor schwierige Herausforderungen stellen werde.

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