Devisenhandel
US-Notenbank schickt den Dollar auf Talfahrt

Mit ihrem massiven Stützungsprogramm für die Kapitalmärkte hat die US-Notenbank den Dollar kurzfristig stark geschwächt. Mit Kursen über 1,36 Dollar ist der Euro so teuer wie seit Januar nicht mehr. Die weiteren Aussichten bewerten Analysten unterschiedlich. Während einige den Dollar mittelfristig in der besseren Position sehen, erwarten andere einen Rückgang auf 1,50 Dollar je Euro.

HB FRANKFURT. Der Geldsegen der Notenbank Fed für die US-Wirtschaft wird nach Einschätzung von Analysten kurzfristig den Dollar weiter schwächen. Allein im Sog der Nachricht hatte die Weltleitwährung zum Euro am Mittwochabend drei Cent verloren. Mit bis zu 1,3684 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung am Donnerstag nun wieder so hoch wie seit Anfang Januar nicht mehr.

Allerdings rechnen nur wenige Experten rechnen bislang mit einem weiteren Anstieg des Euros in Richtung der alten Hochs vom vergangenen Jahr, als die Gemeinschaftswährung zeitweise 1,60 Dollar kostete. Vielmehr könnte der Euro schon bei 1,40 Dollar wieder den Rückwärtsgang einlegen.

Mit dem Kauf von Staatsanleihen und der Ausweitung schon bestehender Programme zum Kauf riskanter Anleihen werfen die US-Währungshüter nun in großem Stil die Notenpresse an. Insgesamt eine Billion Dollar pumpen sie in die Wirtschaft und riskieren damit eine höhere Inflation. "Fällt die Kaufkraft einer Währung im Inneren, sinkt auch der Außenwert", fasst Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz zusammen. Insofern sei der Rutsch des Dollars am Mittwochabend nur konsequent gewesen.

"Mittelfristig spricht weiter viel für den Dollar", schränkt hingegen Stefan Bielmeier, Leiter des Economic Research bei der Deutschen Bank, ein. Er rechnet nach wie vor damit, dass in einem Jahr der Euro wieder bei 1,22 Dollar steht. Die Commerzbank sieht das ähnlich. Nach einem Anstieg des Euro bis auf 1,40 Dollar Ende Juni werde er bis September auf 1,30 Dollar und im Dezember auf 1,25 Dollar fallen, führt Karpowitz aus.

Dabei hat die Commerzbank anlässlich der Fed-Entscheidung ihre Prognosen leicht nach oben geschraubt. "Die EZB wird etwas ähnliches wie die Fed machen, und die Inflation wird in den USA nicht so eintreten, wie das derzeit an den Märkten erwartet wird", erklärt Karpowitz.

Bei der HSBC-Trinkaus ist man für den Dollar noch etwas pessimistischer. "Klar, in der Euro-Zone läuft auch vieles schief", erklärt HSBC-Analyst Rainer Sartoris. Aber in der USA sei die Kreditklemme ein größeres Problem als in der Euro-Zone. Sartoris sieht den Euro Ende des Jahres bei 1,50 Dollar.

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