Devisenhandel
ZEW-Index kann Euro nicht beflügeln

Der Euro hat am Dienstag von guten Konjunkturdaten aus Deutschland nicht profitiert. Die Gemeinschaftswährung notierte am späten Vormittag bei 1,4175 Dollar nach 1,4211 Dollar im späten US-Geschäft am Montag. „Die zunehmende Risikoaversion der Anleger lastet auf dem Euro“, sagte ein Händler.

rtr FRANKFURT. „Der ZEW ist zwar besser als erwartet ausgefallen, aber nicht stark genug, um dem Euro Auftrieb zu geben.“ Der Index der ZEW-Konjunkturerwartungen verharrte im Oktober mit Minus 18,1 Punkten auf seinem Niveau von September. Damit haben professionelle Anleger und Analysten die deutschen Konjunkturaussichten erstmals seit vier Monaten nicht pessimistischer bewertet. Von Reuters befragte Analysten hatten einen Rückgang auf Minus 22 Zähler vorausgesagt.

Von der zunehmenden Risikoscheu der Anleger angesichts fallender Aktienmärkte nach einer Gewinnwarnung von Ericsson profitierte der Yen. Der Dollar fiel auf 116,90 Yen nach 117,37 Yen am Vortag. Händler machten dafür die Auflösung sogenannter Carry-Trades verantwortlich. Dabei zahlen Investoren in Yen aufgenommene Kredite zurück, was den Kurs der Japanischen Währung nach oben treibt. In den vergangenen Tagen waren noch zahlreiche Investoren solche Spekulationsgeschäfte eingegangen, bei denen sie ihre Gelder in höher verzinsten Währungen wie den Euro anlegen.

Die Äußerungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke am Montagabend vor dem New Yorker Wirtschaftsclub brachten nach Ansicht der WestLB keine wesentlichen neuen Erkenntnisse. „Er signalisierte lediglich die Bereitschaft zu weiterem Handeln, um die Märkte - falls nötig - weiter zu stabilisieren“, schrieben die Experten der Bank in einem Kommentar. Nach Einschätzung von Bernanke hat sich die Lage an den US-Finanzmärkten in den vergangenen Wochen etwas verbessert. „Aber eine vollständige Genesung der Marktfunktionen wird noch Zeit brauchen, und wir könnten auch einige Rückfälle sehen“, sagte er.

Von den Kursverlusten an den Aktienbörsen profitierten die Rentenmärkte. Der richtungweisende Bund-Future kletterte um acht Ticks auf 111,83 Punkte. Die zehnjährige Bundesanleihe legte sieben Ticks auf 98,64 Zähler zu und rentierte mit 4,421 Prozent. Der besser als erwartet ausgefallene ZEW-Konjunkturindikator drückte nur kurz auf die Kurse der Staatsanleihen.

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