Devisenhandel
Zinsfantasie hilft Euro auf die Sprünge

Mit einem Prozent liegt der Leitzins in der Euro-Zone aktuell auf historisch niedrigem Niveau. Nach Meinung von EZB-Chevolkswirt Jürgen Stark sollten die Zinsen aber schon bald wieder steigen. Am Devisenmarkt wurden die Äußerungen als Kaufsignal für den Euro gewertet.

HB FRANKFURT. Spekulationen auf eine baldige Zinswende haben dem Euro Rückenwind gegeben. In Erwartung einer Zinserhöhung womöglich noch in diesem Jahr in den USA war der Dollar am Vortag angetrieben worden. Am Dienstagnachmittag schaffte der Euro den erneuten Sprung über 1,40 Dollar, nachdem er im späten US-Vortagesgeschäft noch gut einen Cent niedriger gehandelt worden war.

"Die Euro-Stärke geht zurück auf Äußerungen von (EZB-Chefvolkswirt Jürgen) Stark, der eine durchaus schnellere Zinswende als in normalen Zyklen propagiert hat", sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Seiner Meinung nach sind aber derzeit weder in den USA noch in Europa von realwirtschaftlicher Seite irgendwelche Signale erkennbar, die eine Zinswende rechtfertigen würden.

Stark hatte am Montagabend bei einer Veranstaltung an der Universität Linz keinen Hehl daraus gemacht, dass er den Leitzins so schnell wie nur möglich wieder anheben wolle, wenn sich die schwerste Rezession seit Jahrzehnten ihrem Ende nähert. "Der sehr konjunkturstimulierende Ansatz, den wir derzeit haben, wird revidiert werden, wenn die Wirtschaft wieder Tritt fasst und Inflationsgefahr droht", sagte Stark. Im Klartext heißt das: Der Leitzins - derzeit mit nur einem Prozent so niedrig wie noch nie - muss so schnell wie möglich wieder steigen, damit auf die Krise nicht das Schreckgespenst Inflation folgt.

Britisches Pfund auf Erholungskurs

Gestützt auf positiv aufgenommene Daten vom heimischen Immobilienmarkt hat das britische Pfund wieder zugelegt. Es verteuerte sich zur US-Währung um 1,1 Prozent auf 1,6226 Dollar und zum Euro um 0,4 Prozent. Ein Euro war für 86,24 Pence zu haben. Die Häuserpreise in England und Wales sind zuletzt zwar weiter gesunken, allerdings nicht mehr so stark wie in den vergangenen Monaten. Händlern zufolge half der Währung auch der Umstand, dass sich die Wogen rund um Premierminister Gordon Brown zumindest vorübergehend etwas geglättet haben.

In der Hoffnung auf weitere Hilfen vom IWF hat sich auch die lettische Währung etwas erholt. Der Euro wurde um 0,6990 Lat gehandelt und war damit so günstig wie seit Anfang Februar nicht mehr. Das finanziell schwer angeschlagene EU-Mitgliedsland hat angekündigt, die öffentlichen Ausgaben 2009 um umgerechnet rund 700 Millionen Euro zu kürzen. Damit kann die baltische Republik nach Einschätzung der Commerzbank wieder auf Kredite des IWF und der EU hoffen.

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