Devisenmärkte
Talfahrt des Dollars beschleunigt sich

Die US-Konjunktur kommt allmählich wieder in Fahrt. Trotzdem verliert der Dollar kontinuierlich an Wert. Der Euro hat im Vergleich zur US-Währung am Morgen ein weiteres Jahreshoch markiert. Experten begründen die scheinbar widersinnige Bewegung mit einer erhöhten Risikofreude der Anleger, die zu Mittelabflüssen aus dem Dollar-Raum führt.

HB FRANKFURT. Der Euro hat am Freitag seinen Höhenflug fortgesetzt und ist über die Marke von 1,46 US-Dollar gestiegen. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,4615 Dollar. Ein Dollar war damit 0,6841 Euro wert. In der Spitze hatte der Euro am Morgen mit 1,4622 Dollar ein neues Jahreshoch erreicht.

"Der Dollar bleibt unter Druck“, sagte Helaba-Devisenexperte Ulrich Wortberg. Auch der Dollar-Index, der die Wertentwicklung des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs maßgeblichen Fremdwährungen misst, fiel auf 76,548 Punkte und damit den niedrigsten Stand seit September 2008. Auch gegenüber dem japanischen Yen gab die amerikanische Währung nach und rutschte auf ein Sieben-Monats-Tief ab.

Für den Kursrutsch sind Fundamentaldaten und die steigende Risikofreude vieler Marktteilnehmer verantwortlich. Anleger ziehen derzeit Geld aus dem Dollar-Raum ab und schichten wieder verstärkt in Wachstumsmärkte um. Am Freitag hatten neue Berichte gezeigt, dass Chinas Industrieleistung im August so stark gewachsen war wie seit einem Jahr nicht mehr.

Auch die Hoffnung auf eine Konjunkturwende in den USA ermutigt Anleger, ihr Glück wieder außerhalb der US-Märkte zu suchen, die als sicherer Hafen in Krisenzeiten gelten. Mit der Erholung der US-Wirtschaft werden Mittel für andere Währungsräume frei, deren Abzug von der Wall Street die Leitwährung Dollar schwächen.

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