Devisenmarkt
Anleger flüchten in Franken und Yen

Die Angst vor einem drohenden Brexit zieht nicht nur die Renditen britischer Anleihen in den Keller, auch das Pfund gibt weiter nach. Der Franken erklimmt dagegen ein neues Jahreshoch, auch der Yen verzeichnet Gewinne.

Frankfurt/ZürichDie Sorge vor den unabsehbaren Folgen eines EU-Austritts Großbritanniens hat den Franken am Dienstag auf ein neues Jahreshoch getrieben. „Brexit-Ängste dominieren das Geschehen“, erklärten die Experten der Bank Valiant. Ein Euro verbilligte sich auf 1,0794 Franken. Das ist der niedrigste Stand seit Ende 2015.

Der Franken gilt bei Anlegern als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten und ist daher angesichts des offenen Ausgangs der Abstimmung seit Tagen gefragt. In gut einer Woche hat die Währung knapp drei Prozent an Wert gewonnen. Der Schweizer Notenbank ist das ein Dorn im Auge: Sie stemmt sich mit Negativzinsen und – bei Bedarf – Interventionen am Devisenmarkt gegen den Höhenflug der Währung. Denn ein starker Franken ist Gift für die exportorientierte Schweizer Wirtschaft.

Trotz der jüngsten Aufwertung des Franken erwarten Experten nicht, dass die Währungshüter auf ihrer vierteljährlichen Lagebeurteilung am Donnerstag ihre Geldpolitik weiter lockern. Dieses Pulver dürfte die SNB trocken halten, um bei möglichen Marktverwerfungen im Falle eines Brexits zu reagieren, erklärten die Valiant-Experten.

Vor der Volksabstimmung zum Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union an 23. Juni hat außerdem das Pfund weiter nachgegeben, während der Yen gefragt war. Bei vier Umfragen von drei unterschiedlichen Instituten hatte sich zuletzt ein Vorsprung für die Austrittsbefürworter gezeigt.

„Auch wenn Großbritannien in Europa liegt, wird sich das Referendum weltweit auswirken“, sagte Stuart Bennett, Leiter G10-Devisenstrategie bei Banco Santander SA in London. Die Aktienkurse würden nachgeben, und „wenn das Risiko steigt, flüchten sich die Marktteilnehmer wieder in den sicheren Hafen des Yen“.

Der Yen verzeichnete gegenüber dem Euro den sechsten Tag in Folge Gewinne und legte weitere 1,1 Prozent auf 118,64 Yen zu. Gegenüber dem Dollar stieg die japanische Devise um 0,5 Prozent auf 105,73 Yen.

Das Pfund gab gegenüber dem Euro den dritten Tag in Folge nach und notierte zuletzt mit 79,24 Pence gut 0,1 Prozent leichter als am Vortag. Gegenüber dem Dollar sackte die britische Währung um 0,8 Prozent auf 1,4158 Dollar ab. Gegenüber dem Yen gab Sterling weitere 1,3 Prozent ab.

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