Devisenmarkt
Dollarkurs legt zu

Im Vorfeld des US-Zinsentscheids hat der Dollar am Montag im Verhältnis zu wichtigen Währungen zugelegt. Analysten zufolge stützte auch der fallende Ölpreis die US-Währung, da sich die niedrigeren Einfuhrkosten positiv auf die Handelsbilanz auswirken könnten.

HB FRANKFURT. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte am Nachmittag 0,5 Prozent niedriger bei 1,2550 Dollar nach 1,2615 Dollar im späten US-Geschäft am Freitag. „Die Aussicht auf eine Zinssenkung in den USA hat sich zuletzt nach hinten verschoben, und von daher erhält der Dollar etwas Unterstützung“, sagte ein Händler. Der für Zinsentscheidungen zuständige Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank wird am Mittwoch höchstwahrscheinlich den Schlüsselzins bei 5,25 Prozent belassen. Die Fed hatte erstmals im August ihren zweijährigen Zinserhöhungszyklus unterbrochen und weitere Schritte von der Konjunktur- und Inflationsentwicklung abhängig gemacht.

„Da sich das US-Wachstum wie von der Notenbank erwartet abschwächt, wird das FOMC eine Zinserhöhung aller Voraussicht nach gegenwärtig nicht in Erwägung ziehen“, schrieb Commerzbank-Stratege Peter Müller in einem Marktkommentar. Aber auch die jüngsten Spekulationen auf baldige Zinssenkungen haben Volkswirten zufolge nach den zuletzt doch noch recht robusten Daten wieder abgenommen.

Öl hat sich am Montag auf unter 59 Dollar je Fass weiter verbilligt. „Der Markt ist sehr skeptisch, ob sich alle Mitglieder der Opec an die Vereinbarung halten werden“, sagte ein Ölhändler mit Blick auf die beschlossene Produktionsdrosselung. „In der Vergangenheit war die Disziplin innerhalb der Organisation nach solchen Entscheidungen meistens eher lax.“

Zum japanischen Yen stieg die US-Währung um 0,4 Prozent auf 119,25 Yen, der Euro pendelte der Yen weiter um 149,80 Yen.

Zum Schweizer Franken gewann der Dollar 0,7 Prozent auf 1,2670 Franken. Händler begründeten die Abschläge des Franken auch mit Zurückhaltung vor einer Rede des schweizerischen Notenbankchefs Jean-Pierre Roth am Dienstag. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) rechnet nach einem knapp dreiprozentigen Wirtschaftswachstum in diesem Jahr nur noch mit einem Plus von 1,8 Prozent im kommenden Jahr.

In der Euro-Zone dürfte im Wochenverlauf der Ifo-Index in den Fokus der Anleger rücken. Im September war der Geschäftsklimaindex leicht gesunken, vor allem ein rückläufiger Erwartungsindex hatte am Devisenmarkt den Euro gedrückt. Für Oktober sagen Volkswirte im Schnitt einen weiteren leichten Rückgang beim Ifo voraus und verweisen auf den zuletzt auf ein 13-Jahres-Tief gefallenen ZEW-Index. Die für Dezember als sicher geltende EZB-Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 3,5 Prozent wird Analysten zufolge durch den Ifo nicht in Frage gestellt.

Die EZB legte den Referenzwert des Euro mit 1,2556 (Freitag: 1,2618) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Wert mit 1,2551 (1,2605) Dollar ermittelt.

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