Devisenmarkt
Euro fällt vor US-Arbeitsmarktbericht unter 1,42 Dollar

Am Devisenmarkt hat sich der Ausverkauf des Euro zum Dollar am Freitag fortgesetzt. Die Gemeinschaftswährung fiel bis auf 1,4197 Dollar und notierte damit so niedrig wie seit Oktober 2007 nicht mehr.

HB FRANKFURT. „Der Ölpreis fällt und das hilft dem Dollar“, erläuterte Rabobank-Stratege Jeremy Stretch. „Zudem herrscht ein genereller Pessimismus bezüglich des Ausblicks für die Euro-Zone.“ Am Vortag hatten die Rücknahme der Wachstumsprognose der EZB und robuste Konjunkturdaten aus den USA den Euro gedrückt. „Trichet hat die Euro-Zone und ihre Aussichten nicht gerade angepriesen und das passt in die Stimmung der Marktteilnehmer, dass die Euro-Zone nicht der Platz ist, in den man investieren sollte“, sagte Stretch.

Auch schwache Produktionszahlen aus Deutschland belasteten den Euro. Die deutsche Produktion sank im Juli im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Prozent. „Insgesamt scheint es aber so zu sein, dass Fundamentaldaten derzeit weniger eine Rolle spielen“, sagte Antje Hansen von HSBC Trinkaus. „Wir haben eine eher technische Abwärtsbewegung, die mehr und mehr an Eigendynamik gewinnt.“

Im Verlauf dürfte dennoch der US-Arbeitsmarktbericht am Devisenmarkt besonders kritisch beäugt werden. Von Reuters befrage Analysten sagen im Schnitt für August einen Abbau von 75 000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft voraus nach einem Minus von 51 000 Stellen im Juli. Am Vortag hatten bereits der Arbeitsmarktreport des privaten Dienstleisters ADP sowie die Statistik zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe eine Eintrübung am US-Arbeitsmarkt signalisiert.

Zum japanischen Yen war der Euro im fernöstlichen Handel bis auf 150,62 Yen und damit auf den tiefsten Stand seit 13 Monaten gefallen. Im Verlauf erholte sich die Gemeinschaftswährung auf 151,17 Yen. Händler erklärten die Euro-Schwäche mit der Flucht aus risikoreichen Investments. Im Zuge dessen würden Carry Trades aufgelöst, und davon profitiere der Yen. Carry Trades sind Devisengeschäfte, bei denen Kredite in niedrig verzinsten Währungen wie dem Yen aufgenommen werden, um sie in höher verzinste Währungen wie den Euro zu investieren.

Am Rentenmarkt lag der richtungweisende Bund-Future 48 Ticks höher bei 115,45 Punkten. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 4,019 Prozent.

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