Devisenmarkt
Euro gibt weiter nach

Der unter den Markterwartungen ausgefallene ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe der USA hat dem Euro am Montag nicht auf die Sprünge geholfen. Höhepunkt der Woche für die Devisenmarktakteure sind aber die anstehenden Zinsentscheidungen in Europa.

HB FRANKFURT. Der Kurs des Euro ist am Montag belastet durch schwache Aktienmärkte gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2608 (Freitag: 1,2727) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,7931 (0,7857) Euro. Die Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag mit 1,2631 US-Dollar gehandelt. "Die schwachen Aktienmärkte sind der Hauptgrund für die Euro- Verluste", sagte Stephan Rieke, Devisenexperte von der BHF Bank. -

Die erneute Schwäche bei den Aktienmärkten spreche für die Fortsetzung der Finanzmarktkrise. Zuletzt sei bei negativen Nachrichten immer der Dollar an den Devisenmärkten gesucht worden, sagte Rieke. Vor allem die Amerikaner würde bei Krisenanzeichen in den Dollar umschichten.

Die am Nachmittag veröffentlichten Konjunkturdaten aus den USA haben laut Rieke den Devisenmarkt nicht unmittelbar beeinflusst, jedoch das vorherrschende Bild einer sich abschwächenden Konjunktur bestätigt. So ist der Einkaufsmanagerindex (ISM) im Verarbeitenden Gewerbe im November auf den niedrigsten Stand seit 1982 gefallen. Der ISM-Index gilt als wichtigster Frühindikator für die US-Wirtschaft. Auch die Bauausgaben gingen im Oktober stärker als erwartet zurück.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84155 (0,82990) britische Pfund, 118,42 (121,46) japanische Yen und auf 1,5262 (1,5455) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 778,00 (814,50) Dollar gehandelt.

Im frühen Handel hatte die Abwertung des chinesischen Yuan durch Absenkung des Wechselkursbandes in allen Wechselkursrelationen für kurze Belastung gesorgt. Mit Spannung warten Marktteilnehmer nun auf die Sitzung der Bank of Japan (BoJ). Sie hat für Dienstag überraschend ein außerordentliches Board-Treffen für 5.00 Uhr MEZ angekündigt. Die BoJ hatte den Tagesgeldsatz Ende Oktober um 20 Basispunkte auf 0,30 Prozent gesenkt.

Höhepunkt der Woche für die Devisenmarktakteure sind die Zinsentscheidungen in Europa. Nach Ansicht von Devisenstratege Lutz Karpowitz von Commerzbank Corporates & Markets ist derzeit bereits eine geldpolitische Lockerung der EZB um 75 Basispunkte in den Wechselkurs des Euro eingepreist. Im Kurs des Pfund Sterling sieht Karpowitz bereits eine Leitzinssenkung um 100 Basispunkte eingepreist.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%