Devisenmarkt: Euro nimmt 1,40 US-Dollar ins Visier

Devisenmarkt
Euro nimmt 1,40 US-Dollar ins Visier

Der Euro ist am Freitag zeitweise auf den höchsten Stand seit Anfang November 2010 gestiegen. Grund waren die US-Konjunkturdaten, die zwar positiv ausfielen, die Analysten aber noch nicht überzeugten.
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FrankfurtAnleger haben zum Wochenschluss US-Arbeitsmarktdaten mit Enttäuschung aufgenommen und daraufhin den Dollar verkauft. Daraufhin erreichte der Euro ein Vier-Monats-Hoch von 1,4006 Dollar und baute damit seine von Zinsspekulationen ausgelösten Kursgewinne der Vortage aus. In der zu Ende gehenden Handelswoche hat die Gemeinschaftswährung damit 1,8 Prozent an Wert zum Dollar gewonnen. Zur japanischen Währung fiel der Dollar am Freitag auf bis zu 82,23 Yen Im Februar war die Zahl der Beschäftigten in den USA außerhalb der Landwirtschaft um 192.000 gestiegen. „Die Zahl ist ordentlich, aber man hatte einen stärkeren Anstieg erwartet“, sagte Volkswirt Helge Bouchain von der HSH Nordbank. „Die Erwartungen waren nach einer Reihe guter Konjunkturdaten heiß gelaufen.“

Trotz des Beschäftigungsanstiegs und dem Rückgang der Arbeitslosenquote auf ein 22-Monatstief von 8,9 Prozent ist die weltgrößte Volkswirtschaft nach Einschätzung von Analysten noch immer nicht richtig auf die Beine gekommen. „Ein Aufbau von 200.000 Stellen wäre notwendig, damit die US-Konjunktur in Fahrt kommt und die US-Bürger wieder mehr konsumieren können“, sagte Währungsstratege Bastian Hepperle von der WestLB. „Dafür gibt es keine Anzeichen, zumal die durchschnittlichen Stundenlöhne im Februar nicht angestiegen sind.“ Folglich komme auch keine Diskussion über eine Straffung der Geldpolitik in den USA auf. „In der Euro-Zone zeichnet sich hingegen eine Zinserhöhung im April ab“, sagte Hepperle.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hatte am Donnerstag überraschend eine Zinserhöhung schon im April signalisiert und damit den Euro auf Höhenflug geschickt. Am Freitag legte EZB-Direktoriumsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramono nach und erklärte, eine Zinsanhebung im April sei möglich, aber nicht sicher. „Wir gehen davon aus, dass der Euro in den nächsten ein bis zwei Wochen stark bleiben wird“, sagte Analyst Christopher Gothard von Brown Brothers Harriman in Hongkong. Er hält einen Anstieg bis auf 1,4280 Dollar für möglich. Zuletzt hatte der Euro dieses Niveau Anfang November erreicht.

Die Spekulation auf steigende Zinsen drückte weiter auf die Kurse für europäische Staatsanleihen. Der Bund-Future verlor zeitweilig bis zu 31 Ticks auf 122,56 Zähler, dreht am Nachmittag in Reaktion auf schwache Aktienmärkte allerdings ins Plus und lag 17 Ticks höher bei 123,03 Zählern. Die dem Terminkontrakt zugrundeliegende zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,292 Prozent. Zugleich setzte die Rendite der als besonders zinssensitiv geltenden zweijährigen Bundesanleihe ihren steilen Anstieg fort und kletterte auf bis zu 1,798 Prozent. Zu Jahresbeginn hatten die zweijährigen deutschen Papiere nur gut 0,8 Prozent abgeworfen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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