Devisenmarkt
Euro schiebt Öl und Gold an

Die Anleger flüchten zunehmend aus dem US-Dollar, der Euro steigt deutlich über 1,50 Dollar. Das lässt auch die Preise für die wertvollen Rohstoffe Gold und Öl weiter nach oben schnellen. Nach Expertenmeinung ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann beim Gold die 1000-Dollar-Hürde genommen wird.

FRANKFURT. Der Rekordstand des Euros deutlich über 1,50 Dollar treibt vor allem die Preise für Öl und Gold weiter nach oben. Für ein Fass (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) wurde gestern am Terminmarkt zur Auslieferung im April erstmals der Rekordpreis von über 102 Dollar gezahlt. Auch die für den europäischen Handel maßgebliche Nordseesorte Brent kostete über 100 Dollar. Eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) war zeitweise über 965 Dollar wert. An den internationalen Aktienmärkten sieht das Gros der Börsianer indes keinerlei Gefahren für die weitere Entwicklung.

„Die Kombination aus weichen Konjunkturdaten aus den USA und dem überraschenden Anstieg des Ifo-Index in Deutschland brachte Leben zurück in die Debatte um die volkswirtschaftliche Abkopplung Europas von den USA“, sagt Rick Reid von der US-Bank Citigroup. Deswegen stieg der Euro. Die Diskussion schwelt unter Volkswirten schon seit längerem, ob es Europa schaffen wird, eine mögliche Rezession in den USA unbeschadet zu überstehen.

Das neue Eurohoch beeinflusste die Rohstoffmärkte in sehr unterschiedlichem Maß. Der Ölpreis war zuvor schon angestiegen. Der Trend auf dem Ölmarkt wurde durch die Dollarschwäche nur noch verstärkt. Bereits in den letzten Tagen hievte die Angst vor einer möglichen Förderkürzung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) sowie die Kälte im Nordosten der USA den Preis dort über 100 Dollar. Der Trend dürfte sich zumindest kurzfristig nicht umkehren, denn selbst die von vielen Händlern als „magisch“ bezeichnete Grenze wurde problemlos übersprungen. „Das spricht für eine Fortsetzung des Preisanstiegs“, sagt Eugen Weinberg von der Commerzbank.

Gleiches gilt für den Goldpreis. Dort ist es nach Ansicht von Experten nur noch eine Frage der Zeit, wann die Hürde von 1 000 Dollar genommen wird. Hier spielt der schwache Dollar derzeit jedoch eine wesentliche größere Rolle als bei Öl. Aus Angst vor weiteren Gefahren, beispielsweise durch die Kreditkrise, stecken derzeit vor allem kurzfristig orientierte Anleger hohe Summen in Gold. „Zumal es dazu im Moment nur wenige Alternativen gibt“, sagt US-Analyst Darren Heathcote. Spielt doch das Thema Inflation dort nach den zuletzt wieder deutlich gestiegenen Erzeugerpreisen eine weitaus größere Rolle als in den Tagen zuvor.

Seite 1:

Euro schiebt Öl und Gold an

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%