Devisenmarkt
Euro springt über 1,33-Dollar-Marke

Überraschend schwache US-Konjunkturdaten haben die Talfahrt des Dollar am Freitag beschleunigt. Der Euro erreichte am achten Tag in Folge ein 20-Monats-Hoch und stieg auf 1,3348 Dollar.

HB FRANKFURT. „Die Daten stützen das Bild einer Abkühlung der US-Konjunktur und bieten damit eine schlechte Vorlage für den Dollar“, sagte Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Marktanalyst Omer Esinger von Ruesch International in Washington betonte: „Die Zahlen werden Spekulationen auf eine 'harte Landung' der US-Konjunktur neuen Auftrieb geben.“ Mit diesem Begriff bezeichnen Börsianer eine abrupte Abkühlung der Wirtschaft.

Händlern zufolge flammte angesichts der schwachen Konjunkturdaten die Diskussion um eine vorgezogene Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed wieder auf. „So schlecht sind die Daten aber noch nicht“, betonte HSBC Volkswirt Sartoris. Außerdem gebe es immer noch Inflationsrisiken. Er rechne daher frühestens für Mai mit einer Lockerung der Geldpolitik. „Die US-Zinsfutures signalisieren ebenfalls erst für Mai eine Senkung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 5,0 Prozent“, fügte der Volkswirt hinzu.

Der US-Einkaufsmanagerindex fiel im November überraschend auf 49,5 Punkte. Am Vortag war bereits das Konjunkturbarometer der Einkaufsmanager des Großraums Chicago unter die Marke von 50 Zählern gefallen. Dies signalisiert in beiden Fällen, dass die Wirtschaft schrumpft. „Ein dreimaliges Notieren unterhalb der 50er-Marke wird gemeinhin als Vorbote einer Rezession gewertet“, sagte Analystin Tomke Hansmann von der FXdirekt Bank.

Das Pfund Sterling nahm nach den US-Daten Kurs auf die Marke von zwei Dollar. Die britische Währung verteuerte sich auf ein 14-Jahres-Hoch von 1,9832 Dollar. Zur japanischen Währung, die ihrerseits wegen schwindender Aussichten auf eine baldige Zinserhöhung zu Euro und Pfund unter Druck stand, fiel die US-Valuta auf ein Drei-Monats-Tief von 115,17 Yen. Zur Schweizer Währung verbilligte sich der Dollar auf 1,1904 Franken - so billig war er seit 18 Monaten nicht mehr.

Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,3238 (Donnerstag 1,3191) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,3244 (1,3200) Dollar.

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