Devisenmarkt
Euro steigt auf Rekordhoch zum Yen

Gedämpfte Zinserwartungen für Japan haben am Montag den Yen weiter unter Druck gesetzt. Der Euro kletterte bis auf knapp unter 150 Yen. Zum Dollar stieg die Gemeinschaftswährung wieder bis auf 1,2821 nach 1,2760 Dollar zum Wochenende.

HB FRANKFURT. „Das Geschäft läuft absolut dünn und ist rein technisch getrieben“, sagte ein Händler. „In England ist Feiertag, und daher handelt kaum jemand.“

Die anhaltende Abkehr der Anleger vom Yen und deren Suche nach attraktiveren Investments trieben den Euro bis auf ein Rekordhoch von 149,99 Yen. „Wenn der Euro die Marke von 150 Yen einmal überwunden hat, geht es vielleicht noch ein bisschen nach oben, aber dann dürften die Anleger Kasse machen“, sagte ein Händler. Seit die Europäische Zentralbank (EZB) im Dezember begonnen hat, den Leitzins zu erhöhen, hat der Euro gut sechs Prozent zur japanischen Währung zugelegt. Die Bank of Japan (BoJ) hatte Mitte Juli ihre sechsjährige Nullzinspolitik beendet und den Leitzins auf 0,25 Prozent angehoben. Nachdem die Inflation in Japan zuletzt unerwartet niedrig ausfiel, prognostizieren nur noch wenige Volkswirte einen weiteren Zinsschritt noch in diesem Jahr.

Kurzzeitig Bewegung in den Devisenhandel brachten neue Daten zur Geldversorgung in der Euro-Zone. Demnach verlangsamte sich das Wachstum der Geldmenge M3 im Juli zwar. Doch das wird die EZB, die übermäßiges Geldmengen- und Kreditwachstum als Inflationsgefahr betrachtet, Analysten zufolge nicht von ihrem Zinserhöhungskurs abbringen. „Diese Daten passen einfach weiter in das Bild, dass die EZB die Zinsen weiter anheben wird“, sagte ein Händler. „Aber die Bewegung ist nicht überzubewerten, da kaum Umsätze dahinter stecken.“

Am Wochenende hatte bereits EZB-Ratsmitglied Lorenzo Bini Smaghi bekräftigt, dass die Zentralbank bei jedem Anzeichen von Inflationsdruck reagieren müsse, um die Kreditwürdigkeit an den Märkten zu behalten. Die Europäische Zentralbank ermittelte den Referenzkurs des Euro am Nachmittag mit 1,2800 (1,2762) Dollar. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Wert mit 1,2812 (1,2768) ermittelt.

Zum Schweizer Franken notierte der Dollar um die 1,2345 Franken, der Euro wurde um die 1,5800 Franken gehandelt.

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