Devisenmarkt
Japan zieht beim Yen die Bremse

Japan hat genug vom starken Yen. Die Regierung greift in den Devisenmarkt ein, um die eigene Währung zu schwächen. Im Handel zeigt die Maßnahme sofort Wirkung.
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TokioJapan hat am Devisenmarkt interveniert, um den jüngsten Höhenflug des Yen zu bremsen. Die japanische Regierung habe dabei alleine gehandelt, sagte Finanzminister Yoshihiko Noda am Donnerstag.

Ziel sei es spekulative und ungeordnete Wechselkursbewegungen einzudämmen. Der Yen gab nach der Intervention zum Dollar nach. Noda fügte hinzu, dass er auch von der japanischen Notenbank ein angemessenes Vorgehen erwarte.

Die japanische Notenbank reagierte am Donnerstagmorgen und lockerte die Geldpolitik weiter. Das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten werde auf 15 von zuvor zehn Billionen Yen erhöht, teilte die Bank of Japan am Donnerstag mit. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen. Den Leitzins beließ die Zentralbank im Korridor zwischen 0 und 0,1 Prozent. Zuvor hatte Japan am Devisenmarkt interveniert, um den jüngsten Höhenflug des Yen zu bremsen.

Die Regierung befürchtet, dass der sich zuletzt nahe Rekordständen bewegende Yen der drittgrößten Volkswirtschaft schadet, die noch immer mit den Folgen des schweren Erdbebens vom März kämpft. In den vergangenen Tagen hatte sie die Märkte bereits auf eine Intervention vorbereitet. Auch in der Wirtschaft wurden die Forderungen nach einem Eingreifen lauter. Viele Experten sehen die Yen-Stärke vor allem in der Dollar-Schwäche angesichts der andauernden US-Schuldenkrise begründet. Nichtsdestotrotz fürchtet die exportorientierte Nation Einbußen durch die Stärke ihrer Währung. Regierungssprecher Yukio Edano schloss deshalb auch weitere Interventionen nicht aus. Die Regierung werde den Devisenmarkt genau beobachten und wenn nötig handeln, sagte er.

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