Devisenmarkt
„Je größer die Schwankungen desto besser“

Auf den Devisenmärkten geht es turbulent zu, die Kurse schwanken heftig. Für Privatanleger scheint das Spiel mit den Währungen zu riskant. Nicht unbedingt, sagt der Vermögensverwalter Titus Schlösser. Devisen gehören ihm zufolge in jedes Depot.
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Handelsblatt: Der Devisenhandel gilt als das Spielfeld der Profis - warum sollten sich auch Kleinanleger mit dem Thema beschäftigen?

Titus Schlösser: Es gibt einige Gründe, die dafür sprechen. Niedrige Transaktionskosten beispielsweise. Der Devisenmarkt ist riesig; täglich werden umgerechnet rund 4000 Mrd. Dollar bewegt. Wegen der hohen Liquidität sind die anfallenden Kosten vergleichsweise gering. Ein noch wichtiger Punkt für Privatanleger ist aber die geringe Korrelation zu anderen Anlageformen.

Dafür ist der Markt für Währungen sehr komplex...



Das stimmt. Genau deswegen schauen wir nicht auf die fundamentalen Daten. Wo steht der Euro in zwölf Monaten, wie entwickelt sich der Dollar mittelfristig - das sind Fragen, die man, sind wir ehrlich, nicht seriös beantworten kann.

Aber wie orientieren Sie sich?

Für uns ist wichtig, dass Bewegung herrscht. Je größer die Schwankungen desto besser. Und die Zeiten sind gut: selten haben die Währungen so stark geschwankt und standen so sehr im Fokus von Politikern und Ökonomen wie in den letzten Monaten.

Wie finden Sie denn die richtigen Kaufsignale?

Das tut der Computer für uns. Wir haben eine Software, die für uns mithilfe der Kurscharts Kauf bzw. Verkaufssignale generiert.

Welche Währungspaare haben Sie Fokus?

Die mit der höchsten Liquidität: Euro-Dollar beispielsweise oder Dollar-Britisches Pfund. Insgesamt haben wir zehn Währungspaare im Blick.

Was ist mit den Währungen der Schwellenländer, dem chinesischen Yuan etwa?

Die sind für uns im Moment noch uninteressant, gerade weil sie noch nicht so liquide sind. Sollte sich China aber irgendwann entschließen seine Währung freizugeben, wird sich das ändern, weil dann eine entsprechend hohe Liquidität im Markt wäre. Allzu bald dürfte das aber nicht der Fall sein.

Wie groß sollte der Devisenanteil in einem Depot sein?

Etwa fünf bis zehn Prozent sollten es schon sein, je nach Risikoprofil des Anlegers.

Titus Schlösser ist Leiter Alternative Investments beim Vermögensverwalter Portfolio Concept in Köln.

Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen

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