Devisenmarkt
Keine guten Aussichten für den Euro

Die Rezessionsangst sorgt für anhaltend hohe Volatilität an den Devisenmärkten. Zu den Leidtragenden könnte in der kommenden Woche erneut der Euro zählen, da neue Konjunkturdaten eine Verschärfung der Lage anzeigen sollten. Auch das britische Pfund steht vor einer weiteren Talfahrt.

HB FRANKFURT. Der Euro hat sich zu Wochenbeginn bei der Marke von 1,29 Dollar eingependelt. Am Montag kostet die europäische Gemeinschaftswährung im frühen Handel 1,2 930 Dollar, nachdem sie sich am Freitag in einer weiten Spanne zwischen 1,27 und 1,30 Dollar bewegt hatte. Ein Dollar war am Montagmorgen 0,7 734 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagmittag noch auf 1,2 795 (Donnerstag: 1,2 984) Dollar festgesetzt.

Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnet am Montag mit einer Stabilisierung des Euro. Hierfür spreche vor allem die Marktlage, da die Gemeinschaftswährung derzeit überverkauft sei. Zudem dürfte der Euro von zuletzt etwas weniger negativen Konjunkturindikatoren gestützt werden. Zu Wochenbeginn stehen jedoch nur wenige Fundamentaldaten auf der Agenda. Aus dem Euroraum werden keine marktbewegenden Zahlen erwartet, während in den USA neue Daten vom Immobilienmarkt anstehen.

Andere Marktbeobachter erwarten für diese Woche hingegen eine weiter anhaltende Abwärtsbewegung des Euros zum Dollar. Schwache Konjunkturdaten dürften eine Verschärfung der Rezession in Europa andeuten und entsprechend den Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung nach unten drücken. Bei dem am Dienstag anstehenden Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland rechnen Volkswirte mit einem Rückgang auf 81 Punkte. Im Dezember war der Index bereits auf den tiefsten Stand seit über einem Vierteljahrhundert gefallen. Am Freitag hatten schwache Daten zu Europas Industrie- und Dienstleistungssektor auf dem Euro gelastet und ihn unter die Marke von 1,30 Dollar gedrückt.

Auch beim Pfund gehen Strategen von einer weiteren Talfahrt aus. Zum Dollar dürfte das Pfund von zuletzt 1,3767 Dollar bis auf 1,25 Dollar abrutschen, prognostiziert Brown Brothers Harriman in New York. Vor dem dritten Quartal sei keine Erholung zu erwarten. Neben der weltweiten Finanzkrise, die die britischen Banken besonders stark gebeutelt hat, lastet auch die schwache britische Konjunktur auf dem Pfundkurs. Im vierten Quartal ist die Wirtschaftsleistung in Großbritannien um 1,5 Prozent geschrumpft. Damit sank sie do deutlich wie zuletzt 1980. In Relation zum Euro fiel das Pfund am Freitag auf 94,46 Pence je Euro.

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