Devisenmarkt nach dem Brexit
Der Handelstag der Superlative

Pro Sekunde hatte die Großbank JP Morgan vergangenen Freitag teilweise über 1000 Devisen-Transaktionen abgewickelt. Der Tag war der mit den höchsten Kursschwankungen der jüngeren Geschichte, hat ein Institut errechnet.

DüsseldorfDas für die meisten Investoren überraschende Ergebnis des EU-Referendums in Großbritannien Ende vergangener Woche hat zu den heftigsten Kursschwankungen bei Devisen in der jüngeren Geschichte geführt.

Nach einer Analyse von Bank of America Merrill Lynch (BofA ML) erreichte das Auf und Ab zwischen den zehn bedeutendsten Währung der Welt eine Dimension, die mindestens seit 1984 nicht erreicht wurde. Freitag, der 24. Juni, sei „der volatilste Tag in der jüngeren Geschichte“ gewesen, so die Devisenexperten der Bank.

Das Pfund war in der Nacht von Donnerstag auf Freitag von knapp über 1,50 Dollar bis auf 1,32 Dollar gefallen, auch andere Währungspaare zeigten heftige Bewegungen. So verlor etwa der Euro mehr als drei Prozent zum Dollar.

Das letzte Mal, dass es an einem Tag annähernd ähnlich heftige Schwankungen gegeben habe, sei auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 gewesen, so BofA ML. Derzeit deute sich zwar keine Krise an, aber Investoren sollten vor den Schwankungen gewarnt sein und sich gegebenenfalls absichern.

Bei der US-Großbank JP Morgan waren am Freitag zeitweise pro Sekunde mehr als 1000 Devisen-Transaktionen abgewickelt worden. Viele Handelssäle waren rund um die Uhr besetzt geblieben in Erwartung deutlicher Marktbewegungen.

Die britische Großbank Barclays hatte etwa beispielsweise im Vorfeld der Stimmauszählung sogenannte Stop-Loss-Geschäfte auf das britische Pfund ausgesetzt. Mit solchen Transaktionen können sich Anleger gegen fallende Kurse sichern. Bei extremen Kursschwankungen kann es jedoch zu Problemen mit der Preisstellung gekommen beziehungsweise gewünschte Ausstiegsmarken nicht realisiert werden.

Am Dienstag erholt sich das Pfund minimal von dem Kursrutsch seit Donnerstagabend. Um 11.15 Uhr am Dienstag liegt das Pfund bei 1,3300 Dollar und damit 0,6 Prozent über dem Niveau des Vortags. Der Euro steht bei 1,1056 Dollar, 0,3 Prozent höher als am Montag.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%