Devisenmarkt: Riskante Wette auf Währungen

Devisenmarkt
Riskante Wette auf Währungen

Der Devisenmarkt mit seinen Billiardenbewegungen lockt mehr und mehr Anleger an. Wer dort spekulieren will, sollte sich allerdings über die Risiken im Klaren sein, denn auch am Währungsmarkt ist nach der Krise nichts mehr wie es mal war.
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FRANKFURT. Nirgendwo wird so viel Geld bewegt wie auf dem Devisenmarkt. Jeden Tag wechseln Währungen im Gegenwert von vier Billionen US-Dollar den Besitzer. Die Zeiten, in denen das Geschäft den Banken vorbehalten war, sind längst vorbei. Währungen haben sich zu einer eigenen Anlageklasse entwickelt. Selbst Privatanleger spekulieren fleißig mit. Aber Vorsicht, die Wette auf Währungen hat ihre Tücken.

Die Finanzkrise hat die Finanzmärkte grundlegend verändert. Nicht nur an den Aktienbörsen oder den Bondmärkten, auch am Devisenmarkt ist nichts mehr wie es war. Wobei das eine das andere bedingt. Anleger, die in den vergangenen Jahren auf Aktien gesetzt haben, hatten daran unterm Strich wenig Freude. Anleihen stellen keine echte Alternative dar, die Zinsen liegen auf historisch niedrigem Niveau. Also fließt das Geld in andere Märkte, in den Devisenmarkt.

Seit dem Jahr 2004 hat sich das Handelsvolumen verdoppelt. Im Vergleich zu den vier Billionen US-Dollar, die täglich auf dem Devisenmarkt bewegt werden, fällt das Volumen an den Aktienmärkten eher bescheiden aus. Täglich werden weltweit Aktien für rund 320 Mrd. Dollar gehandelt.

Die Geldschwemme auf dem Devisenmarkt ist Fluch und Segen zugleich: Einerseits ist der Handel äußerst liquide, rund um die Uhr, weltweit. Andererseits sind Schwankungen, die früher undenkbar gewesen wären, heute an der Tagesordnung. Der Absturz des Euros im Frühjahr ist nur eines von vielen Beispielen. Innerhalb weniger Wochen verlor die europäische Währung gegen den Dollar mehr als 30 Cent.

Mehr und mehr in den Fokus rücken der chinesische Yuan, die indische Rupie oder der brasilianische Real. "Mit dem Wachstum in den Schwellenländern gewinnt auch der Handel mit den jeweiligen Währungen an Bedeutung. Schließlich spiegeln die Devisenmärkte die Stärke einer Volkswirtschaft direkt wider. Dieser Trend wird sich sehr wahrscheinlich fortsetzen, so lange die Schwellenländer weiter so stark wachsen", sagt Zar Amrolia, Leiter des Devisenhandels bei der Deutschen Bank.

Skepsis gegenüber dem US-Dollar

Dem US-Dollar trauen Experten weniger zu. "Der Dollar wird von den jüngsten Entwicklungen bezüglich Wirtschaftsdaten, Wachstum und Deflationsängsten belastet", sagt Andreas König, Fondsmanager bei Pioneer Investments. Davon profitierte der Euro, aber auch der chinesische Yuan. "Doch die weitere Entwicklung wird spannend bleiben, denn Europa und die USA gehen derzeit sehr unterschiedliche Wege, um ihre Finanzprobleme zu lösen", sagt König. Während es in Europa Sparmaßnahmen richten sollten, versuchten die USA weiterhin mit staatlichen Maßnahmen und leichtem Geld den Aufschwung voranzubringen.

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