Devisenmarkt
US-Dollar bleibt in der Defensive

In den USA herrscht immer noch der Haushaltsnotstand. Jeder Tag ohne Einigung kostet die USA das Vertrauen der Märkte. Vor der zinspolitischen Sitzung der Europäischen Zentralbank bewegt sich auch der Euro nur wenig.
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FrankfurtDer Euro hat am Mittwoch vor der zinspolitischen Sitzung der Europäischen Zentralbank wenig Bewegung gegenüber dem Dollar gezeigt. Es ist die erste Sitzung, nachdem EZB-Präsident Mario Draghi geäußert hatte, er sei bereit, Geld in das Bankensystem zu pumpen. Die USA hat nach wie vor mit dem Haushaltsnotstand zu kämpfen. Er hat am Mittwoch den Dollar in der Defensive gehalten.

„Wegen des Haushaltsnotstands gibt die Regierung weniger aus und könnte deshalb auch länger zahlungsfähig bleiben als bis zum 17. Oktober“, sagte Währungsstratege Minori Uchida von der Bank of Tokyo-Mitshubishi mit Blick auf den berechneten Termin, zu dem die US-Regierung womöglich ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen kann. „Das ganze könnte sich womöglich fast einen Monat hinziehen, und ich gehe davon aus, dass der Dollar in diesem Fall unter Druck bleiben wird.“

Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt bei 1,3530 Dollar kaum verändert zum Vortag gehandelt.

„Draghi wird eher Worte denn Taten sprechen lassen“, sagte Christian Schulz zur Sitzung der Europäischen Zentralbank. Schulz ist Leitender Ökonom bei der Berenberg Bank in London. „Er wird sagen, dass weitere Langfristkredite immer noch auf dem Tisch liegen und dürfte vielleicht signalisieren, dass ein weiteres LTRO gegen Ende des Jahres kommt, aber ich erwarte heute keine geldpolitische Aktion“, ergänzte Schulz.

„Einige EZB-Ratsmitglieder haben zuletzt Sorge über das niedrige Niveau der Überschussliquidität geäußert“, sagte Joseph Capurso, Währungsstratege bei der Commonwealth Bank of Australia in Sydney. Hinweise auf ein weiteres LTRO „würden als Abwärtsdruck auf die europäischen Marktzinsen gesehen werden und Abwärtsdruck für den Euro bedeuten“, erläuterte er. Die Überschussliquidität nähert sich dem Niveau von 200 Mrd. Euro, das Draghi als Untergrenze bezeichnet hatte. Zum 30. September lag sie bei 216 Mrd. Euro, nachdem im März 2012 ein Höchststand von 813 Mrd. Euro verzeichnet worden war.

Der Schweizer Franken war zum Euro kaum verändert bei 1,2243 Franken. In Relation zum Dollar stieg der Franken 0,1 Prozent auf 90,49 Rappen.

Der Yen leget gegenüber dem Euro 0,6 Prozent zu auf 131,81 Yen. Zum Dollar verteuerte sich die japanische Devise um 0,6 Prozent auf 97,43 Yen. Japans Währung war aufgrund des US- Haushaltsstreits mit dem Stillstand des größten Teils der Verwaltung als 'sicherer Hafen' den zweiten Tag in Folge gefragt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Devisenmarkt: US-Dollar bleibt in der Defensive "

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  • Das soll einer verstehen!

    Die USA stehen vor dem Kollaps und die US-Dollar notierten Rohstoffmärkte fallen. Es gibt also mehr Waren für 1 Us-Dollar. Kann einer die Logik marktwirtschaftlich erklären?

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