Diamanten
De Beers verrät seine Geheimnisse

Der Diamanthandel ist ein verschwiegenes Geschäft. Bislang hielt sich auch De Beers, das zu den Weltmarktführern zählt, an dieses ungeschriebene Gesetz der Branche. Nun gibt der Diamantengigant Auskunft.
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LondonDie Geheimhaltung von wichtigen Daten ist eine Tradition im Diamantenhandel. Die einzigen Preisindikatoren waren Straßengeflüster und Erfahrung. Jetzt öffnet mit De Beers einer der größten in der Branche seine Türen einen Spalt breit. De Beers verleiht damit seinem Mutterkonzern dem Bergbaukonzern Anglo American mehr Glanz. Der Förderer von Kupfer, Kohle und Eisenerz hatte die Sparte 2012 von der Milliardärs-Familie Oppenheimer übernommen.

Zu Wochenbeginn gab Anglo-American in einer Pressekonferenz das erste Mal Informationen bekannt, die vorher nie öffentlich gemacht wurden. Dazu zählten zum Beispiel der Preis pro Karat und von wo sie besten Diamanten herkommen. Diese Transparenz könnte Investoren überzeugen, dass ein Kauf von Anglo-American Aktien der beste Weg ist sich an der lukrativen Diamantenbranche zu beteiligen. Die kostbaren Edelsteine konnten in den vergangenen fünf Jahren um etwa 75 Prozent an Wert zulegen und damit deutlich mehr als die anderen Rohstoffe, die der Bergbaukonzern fördert.

„Das Interesse der Aktionäre wird am besten durch Transparenz, Offenlegung und Offenheit gewahrt“, sagt Jeremy Wrathall, Leiter Natürliche Ressourcen weltweit bei Investec. Er bewertet De Beers mit zwanzig Milliarden Dollar und somit als lukrativste Sparte für Anglo-American. Auch Anish Aggrawal, Partner beim Branchenberater Gemdax aus Antwerpen sieht diese Schritte der Transparenz als hilfreich an, um De Beers als Anlage attraktive zu machen.

Die Präsentation folgte auf den ersten Insight Report des Unternehmens im September. Der Bericht enthielt eine Ansammlung von Informationen in einer Branche, in der zuverlässige Daten fast genauso selten sind wie die Diamanten selbst.

De Beers hat sich allerdings auch noch ein paar Geheimnisse bewahrt - etwa die Kosten für den Abbau des kostbaren Minerals oder die Gewinnmargen im Endkundengeschäft. Dennoch: Anglo- Konzernchef Mark Cutifani verlangt von allen Geschäftsbereichen, dass sie ihren Wert unter Beweis stellen. Und das macht mehr Offenheit wahrscheinlicher.

Anglo hatte im Jahr 2012 von der Oppenheimer-Familie den 40-Prozent-Anteil an De Beers übernommen und damit die eigene Beteiligung auf 85 Prozent aufgestockt. Damals endete die 80 Jahre währende Eigentümerschaft der Dynastie. Das südafrikanische Land Botswana kontrolliert den Rest des Geschäfts, das vom britischen Imperialisten Cecil Rhodes gegründet worden war.

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