Die aktuellen Trends am Rohstoffmarkt
Ölpreis nimmt wieder Kurs auf 90-Dollar-Marke

Nach einer eintägigen Verschnaufpause hat der Ölpreis am Dienstag wieder zugelegt. Ein Fass der US-Sorte WTI verteuerte sich um 45 Cent auf 86,47 Dollar, blieb damit aber deutlich unter dem Rekordpreis von 90,07 Dollar Ende vergangener Woche.

HB FRANKFURT. Die Nordseesorte Brent kostete mit 83,89 Dollar 63 Cent mehr als im späten Vortagesgeschäft.

LBBW-Rohstoffanalyst Frank Schallenberger geht davon aus, dass bald eine Korrektur am Ölmarkt einsetzen wird. Zuletzt seien robuste US-Vorratsdaten ebenso vom Markt ignoriert worden wie eine geringere globale Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) und eine nachlassende Dynamik der chinesischen Ölimporte. „Für eine Trendwende könnte das für Anfang Dezember angesetzte Opec-Meeting sorgen“, schrieb Schallenberger in einer Marktstudie. „Bei Ölpreisen über 80 Dollar wird das Ölkartell wohl kaum umhin kommen, die Förderquoten erneut anzuheben.“ Zum Jahresende seien Preise „wieder deutlich unter 80 Dollar“ zu erwarten. Seit Januar hat sich Öl um rund 40 Prozent verteuert.

Bei den Industriemetallen blieben die Preise nach der jüngsten Korrektur relativ stabil. Kupfer wechselte zu 7830 Dollar je Tonne den Besitzer und war damit 40 Dollar teurer als im späten Vortagesgeschäft.

Für eine Tonne Aluminium zahlten Händler 2529 Dollar und damit sechs Dollar weniger. Das vor allem im Fahrzeug- und Flugzeugbau eingesetzte Metall hat sich seit dem Spätsommer um rund 400 Dollar verbilligt. Ausschlaggebend dafür waren Analysten zufolge rückläufige Preise für Bauxit und stark steigende Lagerbestände. „Angesichts eines starken Kostendrucks sehen wir mittel- bis langfristig jedoch Potenzial zu Preissteigerungen, zumal China in Zukunft wieder mehr Aluminium ein- als ausführen sollte“, schrieb Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg in einer Marktstudie. Treiber dürfte zudem eine stetig steigende Nachfrage aus der Auto- und Bauindustrie sein.

Gold kostete 758 Dollar je Feinunze und damit knapp drei Dollar mehr als im späten Vortagesgeschäft. Eine Bremse auf dem Weg in Richtung 800 Dollar dürften Experten zufolge vor allem spekulativ orientierte Investoren sein. „Anleger in Japan nutzen die hohen Preise bereits für Gewinnmitnahmen“, schrieb Schallenberger. „Im Land des Lächelns waren die Goldverkäufe von Privaten in den ersten neun Monaten dieses Jahres mehr als drei mal so hoch wie die Käufe.“

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