Die Volksrepublik verringert die Anbauflächen – Einer guten Ernte steht ein zunehmender Verbrauch gegenüber
China sorgt für steigende Weizenpreise

Während bei den Metallen viele Anleger wegen fallender Notierungen aussteigen, werden am Weltweizenmarkt sowohl für 2004 als auch 2005 weitere Preissteigerungen erwartet. Diese Erwartung mutet auf den ersten Blick umso erstaunlicher an, als Beobachter mit einer kräftigen Erholung der Ernten in nahezu sämtlichen Anbauregionen der Welt rechnen.

cla LONDON. Der Internationale Weizenrat (IGC) in London nennt den wachsenden Bedarf Chinas als eine der Hauptstützen für den Weizenmarkt in den nächsten Jahren. Ein weiterer wichtiger Faktor sei das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern. Deren steigender Wohlstand und der Trend zur Verstädterung dürfte die Nachfrage nach Weizen stärker als die nach anderen Grundnahrungsmitteln steigen lassen. Das Welthandelsvolumen von Weizen werde 2005/06 (30.6.) mit 111 Mill. t wieder einen Rekordwert erreichen. Der weltweite Weizenverbrauch wird nach Schätzung der Londoner Marktanalysten Economist Intelligence Unit (EIU) von 588 Mill. t 2003/04 auf 614 Mill. t bis 2005/06 ansteigen.

Die Weizenpreise steigen angesichts der stetigen Verbrauchszunahme und der sinkenden Vorräte – sie schrumpften seit 2001/02 von 200 Mill. t auf inzwischen nur noch 137 Mill. t – bereits seit 2002. Dass diese Entwicklung noch zu keiner Preisexplosion geführt hat, begründen Experten mit den künftigen Ernteerwartungen. Nach ersten Schätzungen wird die Produktion bis 2005 auf immerhin 615 Mill. t zunehmen und sich damit von dem dürrebedingten schweren Einbruch auf 559 Mill. t 2003 deutlich erholen.

„Die Sorgen über eine akute Verknappung bei dem Grundnahrungsmittel 2004/05 sind mit den reichlichen Ernten in der südlichen Hemisphäre bereits weitgehend aus der Welt geschafft worden“, heißt es in der jüngsten Marktanalyse der EIU. Die Ernte Australiens stehe mit 24,7 Mill. t für 2003/04 vor einem neuerlichen Rekord. Auch das Ernteaufkommen Argentiniens dürfte mit voraussichtlich 14 Mill. t besser ausfallen als erwartet.

Ann Courtmanche, Analystin bei US Wheat Associates, sieht denn auch bei den Preisen die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Sie geht für 2004/05 wegen der reichlichen Ernten in praktisch sämtlichen Anbauregionen der Welt von einem intensiven Preiswettbewerb aus.

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