Die Währungswette „Draghis Schnapsidee ist schuld“

Vor genau einem Jahr schlossen die Handelsblatt-Redakteure Jörg Hackhausen und Jan Mallien eine Wette. Der eine setzte auf den Euro – der andere auf den Dollar. Es war ein sehr enges Rennen. Nun steht der Gewinner fest.
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Leichte Überhand für den Dollar: Ein Euro kostet heute weniger als 1,35 Dollar. Quelle: Getty Images

Leichte Überhand für den Dollar: Ein Euro kostet heute weniger als 1,35 Dollar.

(Foto: Getty Images)

Hackhausen: Heute ist ein historischer Tag. Weißt du das eigentlich?
Mallien: Ach, jetzt wo Du es sagst: Heute vor genau 273 Jahren begann der Krieg der Hüte zwischen Schweden und Russland. Die Partei der Hüte fürchtete um Schwedens Großmachtstellung. Da haben sie Russland den Krieg erklärt.

Hackhausen: Sicherlich auch ein ganz wichtiges Ereignis, schön bei Wikipedia recherchiert. Aber du musst gar nicht so lange zurückgehen, nur ein Jahr. Stichwort: Wette.

Mallien: Richtig, wir hatten eine Wette laufen. Ich habe das in letzter Zeit nicht mehr so verfolgt.

Hackhausen: Das nehme ich dir zwar nicht ab, aber ich helfe gerne nach: Wir haben vor genau einem Jahr gewettet, was aus Euro und Dollar werden wird. Heute läuft die Wette aus.

Mallien: Du meintest, der Euro würde auf 1,20 Dollar fallen – ich habe mit einem Anstieg auf 1,50 Dollar gerechnet.

Hackhausen: Die magische Grenze liegt bei 1,35 Dollar - darüber gewinnst du, darunter ich. Und wo steht der Euro heute?

Mallien: Irgendwo in der Nähe deiner magischen Grenze.

Hackhausen: Bei 1,3349 Dollar, um genau zu sein. Du kannst mir gratulieren.

Mallien: Ach komm, ich lag fast über das gesamte Jahr vorne. Der Euro war ja schon fast bei 1,40 Dollar.

Hackhausen: Ich gebe zu: Am Ende war es knapp. Aber gute Experten zeichnen sich eben dadurch aus, dass sie eine Punktlandung hinlegen.

Mallien: Ja, ja, Glückwusch. Aber wenn Mario Draghi nicht auf diese Schnapsidee mit den negativen Einlagenzinsen gekommen wäre...

Hackhausen: Dass sich Draghi etwas einfallen lässt, war so überraschend auch wieder nicht. Die Euro-Zone kommt nicht aus der Krise. Darauf muss er reagieren.

Mallien Jan

Jan Mallien, geldpolitischer Korrespondent.

Mallien: Ich glaube immer noch, dass meine Argumente langfristig ziehen. Der Euro ist unterbewertet.

Hackhausen: Das glaube ich nicht, Jan. Hast du die jüngsten Daten zur deutschen Industrieproduktion gesehen?

Mallien: Ja, die haben mich auch überrascht.

Hackhausen: Die waren verheerend. Sie zeigen, dass auch Deutschland langsam Schwierigkeiten bekommt. Die Krise ist in der Mitte Europas angekommen. Der Euro wird fallen.

Mallien: Das liegt an der Ukraine-Krise. Die verunsichert Unternehmen und Verbraucher. Und sie trifft Europa stärker als die USA.

Hackhausen: Da sind wir uns einig.

Mallien: Andererseits ist der Konflikt schon sehr eskaliert. Ich glaube nicht, dass das in den nächsten Monaten so weitergeht. Man kann nie genau wissen, aber wenn sich die Lage entspannt, hilft das dem Euro.

"Bislang waren die Stresstests immer eine Farce"
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  • << Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart schreibt: Die Politik der Eskalation verfolgt kein realistisches Ziel - und schadet deutschen Interessen.>>

    Beispielhaft der Mittelstand Brandenburgs

    Merkels Wirtschaftskrieg stört 20 jährige Handelsbeziehungen

    Der Agrarexperte Ullmann zeigt sich besorgt, dass die aktuelle Situation eine mehr als 20 jährige Handelsbeziehung zu Russland derzeit massiv gefährdet. Ullmann hofft, dass die wechselseitige Sanktionspolitik bald wieder ein Ende findet:

    Russland steht an Platz 11 der Exportländer. Wir haben gemeinsam mit den russischen Partnern über 20 Jahre hart daran gearbeitet, insbesondere unsere mittelständischen Unternehmen, die Beziehungen auf eine solide Grundlage zu stellen. Wir haben da einen guten Stand erreicht. Die russische Regierung hat mehrfach Interesse bekundet, gerade mittelständisches Engagement in der russischen Föderation zu befördern. Dafür wird es wahrscheinlich erstmal eine Pause geben. Wir hoffen, dass diese Pause nicht allzu lange dauert. Ende

    WIR Bürger fordern, dass die GroKo-Merkel und Gabriel SOFORT aus den Sanktionen aussteigen. Wie Frankreich und die USA, die erst gar nicht richtig eingestiegen sind. Sie reiben sich die Hände, dass der deutsche Rivale sich selbst schadet.

  • Gabor Steingart kann uns da helfen:
    TITELTHEMA 08.-10.08.2014
    Der Irrweg des Westens
    Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart schreibt über die Politik der Eskalation.
    Folgen der Sanktionsspirale: Die Politik der Eskalation verfolgt kein realistisches Ziel - und schadet deutschen Interessen

    KURZFASSUNG UKRAINE-KONFLIKT IN 4 SCHRITTEN

    1...Zur Erinnerung
    Mi. 23.07.2014 14.55 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel
    dringt darauf, dass möglichst schnell substanzielle
    EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt werden. Da Russland kein Interesse an einer Aufklärung des Flugzeugabsturzes gezeigt habe, halte die Kanzlerin rasche Beschlüsse für nötig, sagt der stellvertretenden Regierungssprecher Georg Streiter am Mittwoch in Berlin. Auch eine Sprecherin des Außenministeriums kritisierte, Russland tue nicht genug. "Jetzt reicht es", sagt sie.

    2...Vernichtendes Urteil über die Sanktions-Agitation und Propaganda von Frau Merkel:

    HB-TITELTHEMA 08.-10.08.2014
    Der Irrweg des Westens
    Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart schreibt über die Politik der Eskalation.

    Folgen der Sanktionsspirale: Die Politik der Eskalation verfolgt kein realistisches Ziel - und schadet deutschen Interessen


    3...Zur Erinnerung
    Juli 26, 2014 Die B777 Flug MH17 ist am 17.07. 2014 mit den panzerbrechenden Luft-Boden Bordwaffen von Kampfjets Suchoi-25 der pro-amerikanischen Ukraine im Luft-Luft-Einsatz getroffen worden.
    http://www.anderweltonline.com...


    4...Fazit:
    Merkel und Steinmeier müssen sich offiziell bei Putin entschuldigen und aus den Sanktionen aussteigen.

  • Gabor Steingart kann uns da helfen:
    TITELTHEMA 08.-10.08.2014
    Der Irrweg des Westens
    Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart schreibt über die Politik der Eskalation.
    Folgen der Sanktionsspirale: Die Politik der Eskalation verfolgt kein realistisches Ziel - und schadet deutschen Interessen

    Vizekanzler der GroKo, Sigmar Gabriel, stoppt Rheinstahl einen bereits anbezahlten Export nach Russland ....

    Das eigene Hemd ist US-Multis offensichtlich näher als der Rock der US-Außenpolitik. Wenige Tage nachdem die USA mit EU weitreichende Sanktionen gegen Moskau erlassen hatten, bohrt die US-Mineralölfirma Exxon Mobil gemeinsam mit der russischen Rosneft in der Arktis nach Öl.
    Ort für die gemeinsamen Probebohrungen des Milliardenprojektes ist die russische Karasee, dort behilft man sich einer aus Norwegen herbeigeschafften Öl-Plattform.

    Unter der wohlwollenden Schirmherrschaft des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin bekräftigten Rosneft-Generaldirektor Igor Setschin und Exxons Russland-Generalrepräsentant Glen Waller die zukünftige Zusammenarbeit bei der Rohölförderung. Dass Rosneft und sein Chef Setschin auf der Sanktionsliste stehen, ficht Exxon offensichtlich nicht an.
    Der Russland-Repräsentant des US-Konzerns Exxon, Glen Waller, kündigte an, das Unternehmen wolle seine Arbeit in Russland ungeachtet der US-Sanktionen gegen Moskau fortsetzen. «Unsere Zusammenarbeit ist langfristig. Wir sehen hier große Perspektiven», sagte Waller der Agentur Interfax zufolge. Rosneft und ExxonMobil kooperieren bereits auf Ölfeldern in Sibirien und vor der ostrussischen Insel Sachalin.

    Fazit: Die Sanktionen von Obama und Merkel sind ein Wirtschaftskrieg auf Kosten Deutschlands.

  • Zitat: "Aber gute Experten zeichnen sich eben dadurch aus, dass sie eine Punktlandung hinlegen."
    Wäre eine Punktlandung nicht 1,200000000 Euro gewesen, Herr Hackhausen?

  • "Nun steht der Gewinner fest."

    Richtig! Und Verlierer sind die Bürger, die um den Wert ihres Ersparten und um ihre Altersvorsorge gebracht wurden.

    Das was die "Verantwortlichen" gemacht haben ist nichts Anderes als Exorzismus.

    "Verantwortlich" deshalb in dieser Form, weil auf Nachfrage garantiert keiner verantwortlich ist. Wer sich nicht für verantwortlich hält, der darf auch nicht für zuständig erklärt werden.

    Dies gilt für Draghi ebenso für Schäuble und Merkel. Alle drei haben soviel Geld der Deutschen vernichtet, dass es dafür nur in den damaligen Währungsreformen vergleichbare Beispiele gibt.

    Ich darf in diesem Zusammenhang einen Spruch von Herrn Fell, forschungspolitischer Sprecher GRÜNEN/BÜNDNIS 90, aus 2003 weitergeben:

    Alles nicht so schlimm wie 1949. Damals ging alles an einem einzigen Tag.

    Diese Einstellung haben unsere Politiker. Wenn da jemand verlangt, diese Typen durch's Dorf zu treiben und jeden Tag einen anderen, dann fällt die Gegenargumentation schon sehr schwer.

  • Währenddessen in Brüssel: Bericht von Prof, Lucke (AfD)

    +++ Tricks beim Feststellen der Staatsverschuldung +++

    Bei der letzten Tagung des Ausschusses für Wirtschaft und Währung, berichtete der italienische Finanzminister über die Ziele der italienischen EU-Präsidentschaft. Es ist festzustellen, dass eindeutig versucht wird, die Kriterien des Stabilitätspaktes aufzuweichen. Mit verschiedenen Mechanismen wird versucht, die Staatsverschuldung kleiner aussehen zu lassen als sie tatsächlich ist.

    Dafür hat die EU eine neue Definition des BIP herausgegeben, die das BIP künstlich vergrößert. Neuerdings werden Ausgaben für Forschung, Entwicklung und Militär zum BIP hinzugerechnet wie auch Schattenwirtschaft, Kriminalität und Prostitution. Die Vergrößerung des BIP lässt den Schuldenstand kleiner wirken.

    Ferner wird versucht, die Neuverschuldung für Investitionen in Schattenwirtschaft zu verstecken. Ein Unternehmen wird beauftragt, für Investitionen Schulden aufzunehmen, die der Staat aufnehmen würde, wenn es den Stabilitätspakt nicht geben würde. Im Gegenzug verpflichtet sich der Staat, dem Unternehmen die Staatseinnahmen abzutreten. Diese Art von Verschuldung darf von der europäischen Statistikbehörde nicht zu den Staatsschulden hinzugerechnet werden. Tricks dieser Art werden immer öfter benutzt, auch und gerade durch das deutsche Wirtschaftsministerium.

    Auch werden die impliziten Schulden der Renten- und Krankensysteme nicht mitgerechnet: Zukünftige Ansprüche aus diesen Systemen werden im Schuldenstand nicht veranschlagt.

    Die EU-Kommission, die bisher Empfehlungen für stabilitätsorientiertes Handeln gegeben hat, wehrt sich nicht gegen diese Vorgänge. Vielmehr unterstützt sie jetzt den Ruf nach einer flexibleren Auslegung der Regeln.

    Das ist die falsche Botschaft. Sie ist die Keimzelle für eine neue Wirtschafts- und Schuldenkrise. Ich werde meine Arbeitskraft darauf ausrichten, dieser Aufweichung entgegenzutreten. ...

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