Dieselgate und die Folgen
Platinpreis findet keinen Halt

Vor einigen Wochen bestand Hoffnung, dass der Platin-Crash ein Ende findet. Doch neue Enthüllungen im VW-Skandal sorgten für einen weiteren Verfall. Dabei sieht es für das Edelmetall eigentlich gar nicht so schlecht aus.

In den vergangenen Tage wurde die Rohstoffmärkte ordentlich gebeutelt. Längst gilt das nicht mehr nur für Öl. Besonders stark hat es auch Platin getroffen. In den vergangenen sechs Monaten hat das Edelmetall mehr als 25 Prozent an Wert verloren. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) fiel von 1.150 US-Dollar Ende Juni 2015 auf mittlerweile unter 850 Dollar. So tief notierte der Preis für eine Unze zuletzt Ende 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise.

Platin im Negativsog der Rohstoffmärkte? Das ist durchaus vorstellbar: „Insbesondere die wachstumsabhängigen Energie- und Industriemetallsektoren waren die Hauptleidtragenden in der vergangenen Woche“, sagt etwa Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Doch bei genauerem Hinsehen kristalliert sich eine weitere Ursache als treibende Kraftheraus: Der VW-Dieselgate.

Denn ein Hintergrund für den erneuten Preisverfall ist auch die Tatsache, dass immer mehr Fahrzeuge vom VW-Abgasskandal betroffen sind. Darunter befinden sich neuerdings auch großmotorige drei Liter V6-Antriebe, was Volkswagen vorher immer dementiert hatte.

Platin wird für Dieselmotoren benötigt, da diese wegen ihrer Verbrennungstemperaturen einen besonders „edlen“ Katalysator brauchen. Als einziger Ersatzstoff käme hier Palladium in Betracht. Doch in einem Dieselmotor wäre zwei bis drei Mal so viel Palladium wie Platin notwendig. Aus diesem Grund wird Palladium fast nur für Benzinmotoren mit höherer Temperatur verwendet.

In Europa waren im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte der zugelassenen Autos Dieselfahrzeuge. Kein Wunder also, dass die Abgaskrise auf den Preis von Platin durchschlägt. Laut Statista waren die beliebtesten Marken für Dieselautos neben Volkswagen die Marken BMW und Audi. So hatte sich der Platin-Preis bereits wieder im Oktober auf über 1.000 Dollar erholt.

Dann kam der erneute Absturz. „Der Markt ist vorsichtig und reagiert auf kleinste Veränderungen der Nachrichtenlage“, heißt es beim Hanauer Technologie- und Edelmetallkonzern Heraeus. „Der Emissions-Skandal sowie das daraus resultierende fehlende Vertrauen in Dieselfahrzeuge gehörten auch in der vergangenen Berichtsperiode unverändert zu den Topthemen“, schreiben die Experten in ihrem Marktbericht.

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