Digitalwährung
Bitcoin unter Druck nach Diebstahl bei Konkurrenzwährung

Ein Hacker-Angriff auf die Kryptowährung Tether hat den Höhenflug des Bitcoin am Dienstag vorerst beendet. Der Kurs der Internetwährung fiel binnen Minuten um rund 500 Dollar – inzwischen hat er sich wieder etwas erholt.
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FrankfurtDie Digitalwährung Bitcoin ist am Dienstag von einem Diebstahl bei einem Anbieter einer konkurrierenden Kryptowährung belastet worden. In der Nacht auf Dienstag fiel der Bitcoin-Kurs zeitweise um rund 500 Dollar oder fünf Prozent auf knapp 7.800 US-Dollar, nachdem die Kryptowährung zuvor mit 8275 Dollar ein Rekordhoch markiert hatte.

Auslöser war eine Mitteilung des Anbieters der Digitalwährung Tether, wonach infolge eines Hackerangriffs 31 Millionen US-Dollar aus dem System entwendet worden seien. Bis Vormittag erholte sich der Bitcoin etwas, notierte noch rund ein Prozent im Minus bei 8163 Dollar. Dem Start-up Tether, das hinter der gleichnamigen Währung steht, wurden den Angaben zufolge Tether im Volumen von 31 Millionen Dollar gestohlen.

„Hiobsbotschaften solcher Art haben in der Regel kurze Beine und rücken relativ schnell in den Hintergrund“, betonte Timo Emden, Deutschland-Chef des Online-Brokers DailyFX. „Das Vertrauen in die Sicherheit von Cyber-Währungen wurde nicht zum ersten Mal auf die Probe gestellt. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Raubzügen ähnlicher Art in noch größerem Ausmaße.“

Dem Branchendienst CoinMarketCap zufolge ist Tether mit einem Börsenwert von insgesamt 674 Millionen Dollar die Nummer 19 der insgesamt etwa 1300 Internet-Währungen. Tether verwendet ein etwas anderes Konzept als die älteste und wichtigste Kryptowährung Bitcoin: Der Tether-Kurs ist im Verhältnis 1:1 an den US-Dollar gekoppelt.

Starke Kursschwankungen von fünf Prozent oder mehr an einem Tag sind bei Digitalwährungen eher die Regel als die Ausnahme. Dies ist auch einer der Hauptkritikpunkte, die Gegner von Kryptowährungen anführen. Sie argumentieren, als Währung seien die Digitaldevisen wegen der starken Kursschwankungen nicht zu betrachten, vielmehr als Spekulationsobjekt. Ein weiterer Kritikpunkt lautet, dass Digitalwährungen unsicher seien. Diebstähle wie der bei Tether, die immer wieder vorkommen, bestärken diese Sichtweise.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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