Diversifikation lässt sich über Fonds realisieren – Vorteile gegenüber Direktanlage
Öl und Weizen im Depot streuen das Risiko für den Privatanleger

Der Rohstoffmarkt ist für Anleger ebenso interessant wie undurchsichtig. Gemessen am Goldman Sachs Commodity Index (GSCI) haben Rohstoffe seit 1983 um mehr als 900 Prozent zugelegt. Dies entspricht einer Jahresrendite von mehr als zehn Prozent. Trotz dieser beeindruckenden Wertentwicklung und anderer positiver Eigenschaften – wie zum Beispiel der geringen Korrelation zu traditionellen Asset-Klassen – investieren Anleger bisher kaum direkt in Rohöl, Kupfer oder Weizen.

HB FRANKFURT/M. Dagegen sind Aktien von Unternehmen, die Rohstoffe fördern beziehungsweise verarbeiten – wie das Energieunternehmen BP oder der Diamantenproduzent De Beers – in Depots und Rohstoffaktienfonds vertreten. Warum ist das so?

Die meisten Rohstoffe werden als Termingeschäfte gehandelt – eine Anlageform, die viele Anlageberater Privatkunden nicht anbieten. Dabei geht der Käufer das Versprechen ein, am Fälligkeitstag die Ware im vereinbarten Umfang abzunehmen. Da keine Privatperson eine Tonne Mais oder Schweinebäuche geliefert bekommen will, muss das Geschäft spätestens kurz vor Fälligkeit glattgestellt werden. Mit diesem Gegengeschäft werden die angefallenen Gewinne oder Verluste auf jeden Fall realisiert.

Aber auch Anleger, die diese Hürden nehmen, sind mit weiteren Hindernissen beschäftigt. So wird in den gängigen Finanzpublikationen wenig über Rohstoffe und deren Einflussfaktoren berichtet. Es ist also schwierig, an nützliche Informationen zu kommen, um Gewinn bringende Anlageentscheidungen zu treffen. Dies ist nachteilig, da die Preise von Rohstoffen von ganz anderen Geschehnissen als Finanzanlagen abhängig sind. So spielen etwa bei Agrarrohstoffen die Witterung, der Schädlingsbefall oder die Qualitätsunterschiede bei der Ernte eine wesentliche Rolle, während bei Rohstoffen rund um das Thema Energie vor allem das Angebot und die Nachfrage sowie Förderkapazitäten als Preisdeterminanten herausragen.

Im Gegensatz zu Fonds, die in Rohstoffunternehmen investieren, ist die Auflegung von Fonds, die in Rohstoffen anlegen, in Deutschland erst seit der Einführung des Investmentmodernisierungsgesetzes Anfang 2004 möglich. Dieses Gesetz erschließt dem Anleger über Fonds den Zugang zu den Rohstoffmärkten in ihrer ganzen Breite.

Rohstofffonds bieten somit einen einfachen Weg in die Anlageklasse Rohstoffe. Erfahrene und gut informierte Anlageprofis verwalten die Gelder. Ziel ist der kontinuierliche Wertzuwachs des angelegten Vermögens. Die Risikostreuung ist einer der Hauptvorteile der Geldanlage in Fonds im Vergleich zu einer Direktanlage. Die Anbieter von Fonds sind zum Schutz der Anleger gesetzlich zur Risikominderung verpflichtet. Um dieses Ziel zu erreichen, investieren die Fondsmanager über Derivate auf Rohstoffindizes in viele verschiedene Rohstoffarten wie Energie, Edelmetalle oder landwirtschaftliche Erzeugnisse – zum Beispiel Mais oder Weizen. Dieses Prinzip gewährleistet, dass negative Entwicklungen einzelner Produkte nicht zum Wertverlust des gesamten Portfolios führen.

Die Fondsanlage ist liquide. Börsentäglich können die Fondsanteile in Bankguthaben umgewandelt werden. Transparenz ist ein weiteres wesentliches Merkmal der Fondsanlage. Die Entwicklung der Anteilspreise kann der Anleger täglich in der Zeitung verfolgen. Mit dem Jahresbericht am Ende und dem Halbjahresbericht zur Mitte des Geschäftsjahres wird ausführlich über die Entwicklung des Fonds informiert, und auch die mit der Fondsanlage verbundenen Kosten werden aufgeführt. Rohstofffonds bieten Anlegern deshalb eine interessante und bequeme Möglichkeit, von den Chancen an den Rohstoffmärkten zu profitieren.

Claus Gruber ist Pressesprecher der Fondsgesellschaft DWS Investments.

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