Dollar, Euro, Yen: Donald bringt den Dollar ins Schlingern

Dollar, Euro, Yen
Donald bringt den Dollar ins Schlingern

Der neue US-Präsident hat bei seiner Antrittsrede kaum Details zu seiner Wirtschaftsstrategie genannt. Prompt verklingt die Dollar-Euphorie der Devisenhändler. Die Währung befindet sich seit der Wahl auf Zick-Zack-Kurs.
  • 13

FrankfurtWenn Donald Trump heute auf den Wechselkurs seiner Währung blickt, dürfte er zufrieden sein. Der Dollar ist so schwach wie seit sechs Wochen nicht mehr. Gegenüber den zehn größten Währungen fiel er am Montag auf 100,21 Punkte ab. Damit bestätigt sich der Trend der vergangenen Tage.

So paradox das erscheinen mag: In der vergangenen Woche kritisierte Trump noch, dass der der Dollar zu stark sei. Der neue US-Präsident wünscht sich – im Gegensatz zu seinen Vorgängern – lieber einen schwächeren Dollar. Und indem er in seiner Amtsantrittsrede Details zu seiner Strategie vermissen ließ, erfüllt er sich diesen Wunsch in Teilen selbst. An den Devisenmärkten kehrt nach der Dollar-Euphorie die Unsicherheit zurück – das drückt den Kurs.

Dabei war der Dollar seit Trumps Wahl zum Präsidenten im November um knapp drei Prozent gestiegen. Getrieben hatte ihn einerseits die jüngste Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed im Dezember. Andererseits ist die Dollar-Stärke dem neuen Präsidenten selbst zuzuschreiben. Seine Visionen eines starken Amerikas haben Kapital in die USA fließen lassen. Nun versucht Trump offenbar, den Dollar schwach zu reden.

Wie die Amtsantrittsrede am vergangen Freitag zeigte, hilft es manchmal auch schon, nichts zu sagen. Der Satz „Jede Entscheidung über den Handel, Steuern, Einwanderung oder Außenpolitik wird zum Wohle der amerikanischen Arbeit und Familien gefällt“ kam einer Strategieerklärung von Donald Trump noch am nächsten.

Ob der wenigen Details, der Anfeindungen anderer Länder (Mexiko, China) und der wiederholt handelskritischen Kommentare (nicht zuletzt, wenn es um Strafzölle geht) erklären die Analysten der Commerzbank den neuen US-Präsidenten zum „Trumpel im Porzellanladen“. All das könnte langfristig dazu führen, dass Anleger Kapital aus den USA abziehen – und somit den Dollar schwächen.

Kurzfristig führt diese wiederholte Absichtserklärung zumindest dazu, dass der Dollar gegenüber den großen Währung wieder verliert. Gegenüber dem Euro fiel er auf 1,0729 Dollar je Euro, gegenüber dem Yen fiel der Dollar auf 88 Cent je 100 Yen. Das sind für den Dollar die jeweils schwächsten Werte seit Anfang Dezember.

Allerdings geht es dabei eher um mittelfristige als kurzfristige Themen. Das Team um den globalen Währungsstrategen der US-Investmentbank Morgan Stanley, Hans Redeker, hat sich mit der Frage beschäftigt, wie Trump den Dollar denn schwächen könnte. Variante Nummer eins: Die Währung weiter schwach reden. Doch es gibt einen Nachteil: „Zu viel Gerede ohne darauffolgende Handlungen wird den Dollar wohl nur in der äußersten kurzen Frist beeinflussen.“

Seite 1:

Donald bringt den Dollar ins Schlingern

Seite 2:

Was den Dollar schwächen könnte

Kommentare zu " Dollar, Euro, Yen: Donald bringt den Dollar ins Schlingern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Neueste Meldung in den deutschen Medien über Trump: "TRUMP HAT GELOGEN!!!!"
    Bei Obama hätte die gleiche Meldung so geheißen: "Über die Anzahl der Teilnehmer bei der Amtseinführung gibt es unterschiedliche Meinungen."

  • Reiner Blumenhagen23.01.2017, 14:32 Uhr
    Mann, Mann, Mann, Herr "Hoffmann".... natürlich gibt es das Wort "Strafzoll". Ein Blick in den Duden hilft manchmal ungemein, ehe man sich komplett zum Idioten macht.

  • Partei, Papalapap..Dollar unten da käuft man Ami Aktien oder man bleibt arm und hofft auf die Partei. Gute Kurse hohe Dividenden Ha Ha Ha

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%