Dollar gewinnt an Stärke
Der Greenback meldet sich zurück

Der Dollar setzt seinen Höhenflug unbeirrt fort. Seit sechs Wochen gewinnt die wichtigste Währung kontinuierlich an Stärke, Experten sind überzeugt, dass die Dollar-Stärke nachhaltig ist. Die Leitwährung gewinnt, weil der Rest der Welt in den Abwärtssog der USA gerät.

FRANKFURT. Gestern drückte das den Euro zum ersten Mal seit acht Monaten unter die Marke von 1,44 Dollar. Am 15. Juli hatte ein Euro noch den Rekordpreis von 1,60 Dollar gekostet. Das britische Pfund schickten die Märkte gestern gar auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Es fiel bis auf 1,77 Dollar, nachdem es Mitte Juli noch bei zwei Dollar notiert hatte.

Währungsexperten erwarten, dass der Dollar weiter zulegen wird. Als Grund dafür sehen sie, dass Investoren und Ökonomen die wirtschaftliche Situation neu einschätzen: Entgegen früheren Prognosen könnten sich weder Europa noch die Schwellenländer von der Wirtschaftskrise abkoppeln, die in den USA ihren Ausgang genommen hat. So zeigt etwa ein Index internationaler Einkaufsmanagerbefragungen der Investmentbank Barclays Capital, dass die weltweite Industrieproduktion in den vergangenen sechs Monaten auf dem Niveau des vorangegangenen Halbjahrs stagniert hat. "Schlechte Wirtschaftsnachrichten aus der ganzen Welt stützen den Dollar und werden dies auch in nächster Zeit tun", sagt Stephen Jen, Währungsstratege der Investmentbank Morgan Stanley.

Auch die Analysten der Société Générale sind überzeugt, dass die Dollar-Stärke der vergangenen Wochen nachhaltig ist. Sie verweisen darauf, dass sich das Außenhandelsdefizit der USA massiv vermindert hat: "Eine Wende beim Außenhandelsdefizit hat in der Vergangenheit regelmäßig den Tiefpunkt im Dollar markiert", stellen sie fest.

James McCormick, der Währungsstratege der Investmentbank Lehman Brothers, sieht einen engen Zusammenhang zwischen der jüngsten Dollar-Stärke und dem Einbruch der Preise für Öl, Gold und andere Rohstoffe, die zuvor auf immer neue Rekordstände geschossen waren. "Bis zum Sommer lautete die These, dass die Nachfrage aus den Schwellenländern den Nachfrageausfall aus den USA ausgleichen würde", sagt McCormick. "Seit klar ist, dass der Konjunkturabschwung auch an den Schwellenländern nicht spurlos vorübergehen wird, ziehen sich spekulative Investoren aus diesen Märkten zurück."

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