Dollar hat Ruf als „Krisenwährung“ zumindest vorerst wohl verloren
Atempause für den Euro

Die Gemeinschaftswährung hat am Dienstag gegenüber dem Dollar etwas an Boden verloren. Händler sahen darin aber keine Trendwende zu Gunsten der US-Währung. Viele Banken zeigen sich für den Euro weiter sehr zuversichtlich.

HB FRANKFURT. „Neben der neuen Terrorbedrohung dürfte auch der unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen stehende Großbritannien-Besuch von US-Präsident (George W.) Bush für reichlich Nervosität an allen Märkten sorgen“, stellt die Commerzbank in ihrem Tageskommentar fest. Der Dollar habe seinen „ehemaligen Ruf als Krisenwährung“ zumindest vorerst wohl verloren.

Der Euro begann mit Kursen um 1,1770 Dollar unter dem Vortagesreferenzkurs der EZB von 1,1802 Dollar, aber etwas über dem New Yorker Schlussniveau von 1,1750 Dollar. „Es sieht ganz so aus, als ob der Euro sich gut gegen den Dollar und den Yen behaupten kann“, sagten die Experten der HelabaTrust voraus. Viele Banken in Frankfurt erwarten für den Tag eine Handelsspanne von rund 1,1700 bis 1,1850 Dollar. Die um 14.30 Uhr zur Veröffentlichung anstehenden US-Verbraucherpreise werden Händlern zufolge ebenfalls dem Dollar kaum helfen können.

Bush wird am Dienstagabend zu einem dreitägigen Besuch in Großbritannien erwartet. Alle Sicherheitskräfte sind in höchster Alarmbereitschaft, rund 14 000 Polizisten sollen den US-Präsidenten schützen.

An den übrigen Finanzmärkten rückten am Dienstagmorgen indes fundamentale wirtschaftliche Erwägungen wieder mehr in den Vordergrund. So erholten sich die Aktienkurse in Tokio und an den großen europäischen Börsenplätzen von den Rückschlägen des Vortages. Die Staatsanleihen gaben unterdessen einen Teil ihrer Vortagesgewinne wieder ab, was Händler auf Gewinnmitnahmen zurückführten. Am Montag hatten die Anleger mit Verunsicherung auf die schweren Bombenanschläge in Istanbul vom Wochenende reagiert, was die Kurse der Aktien unter Druck setzte und die der Festverzinslichen steigen ließ.

Für den Euro zeigten sich viele Banken sehr zuversichtlich. Zwar bestehe die Möglichkeit kleiner Korrekturen bis in Richtung 1,1720 bis 1,1680 Dollar, allerdings würden solche Ausschläge nach unten als Kaufgelegenheit genutzt werden, stellen die Analysten der Helaba, Landesbank Hessen-Thüringen, in ihrem Tageskommentar fest. Die Inflationsdaten sollten nach Einschätzung der Commerzbank dem Dollar ebenfalls keine Entlastung bringen. Von Reuters befrage Analysten erwarten, dass die US-Verbraucherpreise im Oktober um 0,1 % gegenüber September gestiegen sind.

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