Dollar holt auf
Rohstoffpreise fallen zurück

Der stärkere Dollar hat die Preise für Rohstoffe zurückgeworfen. Der Ölpreis leidet zudem unter der Erwartung einer niedrigeren Nachfrage aus den USA.
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HB LONDON. Die Aussicht auf eine mäßige Nachfrage im größten Verbraucherland USA hat den Ölpreis am Mittwoch gedrückt. "Die Versorgung des US-Marktes mit Rohöl ist weiterhin mehr als reichlich, so dass Preise oberhalb von 80 Dollar je Barrel fundamental kaum zu rechtfertigen sind", heißt es in einem Marktkommentar der Commerzbank.

Nach Daten des US-Branchenverbandes API waren die US-Lagerbestände an Rohöl in der Vorwoche unerwartet stark gestiegen. Das Fass US-Öl der Sorte WTI verbilligte sich um 0,9 Prozent auf 81,80 Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent wurde 0,9 Prozent niedriger mit 82,91 Dollar gehandelt.

Zudem mehrten sich die Zweifel, ob die US-Notenbank Fed so viel Geld wie erwartet in den Markt pumpen wird. "Inzwischen machen sich die Leute Sorgen, dass die erwarteten Anleihenkäufe der Fed und ihre Stimuli für die Wirtschaft wohl doch nicht so üppig ausfallen werden wie in den vergangenen Tagen spekuliert wurde", sagte Marktstratege James Hughes von CMC Markets.

Die Erwartung, dass sich die Fed zurückhalten wird, half auch dem Dollar weiter nach oben. Da Rohstoffe in der Regel auf dem Weltmarkt in Dollar abgerechnet werden, verteuert eine festerer US-Währung Gold, Kupfer und Co außerhalb der USA und drückt damit tendenziell die Nachfrage. Die Folge sind sinkende Preise. Entsprechend gaben die Notierungen für Gold und Kupfer nach. Die Feinunze Gold verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 1329,15 Dollar. Der Preis für eine Tonne Kupfer sank um 2,4 Prozent auf 8305,25 Dollar.

Die Preise für Zucker und Kaffee veränderten sich wenig. Nach Aussage von Händlern begrenzt der wieder anziehende Dollar die Nachfrage. Beim Zucker hielten sich Investoren mit Käufen zurück, da sie auf eine Entscheidung der indischen Regierung über den Export des Rohstoffes durch heimische Unternehmen warteten. Die Tonne kostete in London knapp 692 Dollar und damit rund 17 Dollar weniger als im späten Vortagesgeschäft.

Der Kaffee-Preis bewegte sich trotz möglicher Lieferschwierigkeiten aus den Anbauländern Vietnam und Kolumbien kaum. Das Pfund (0,4535592 Kilogramm) der Sorte Arabica kostete rund 2,0130 Dollar und war damit 0,1 Prozent günstiger als am Vorabend.

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