Dollar-Schwäche
Gold setzt Rekordjagd fort - Banken profitieren

Nach einem Tag Verschnaufpause setzt der Goldpreis seine Rekordjagd fort. Am Morgen schraubte er das Allzeithoch auf 1 328 Dollar hoch. Auch Silber klettert weiter. Experten erwarten weiter steigende Kurse. Den Banken winkt dadurch ein schönes Geschäft.
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HB DÜSSELDORF. Ein neuerlicher Schwächeanfall des Dollars hat dem Goldpreis ein weiteres Rekordhoch beschert. Die Feinunze Gold kostete am Morgen in London in der Spitze 1 328 Dollar. Das waren gut zehn Dollar mehr als am Vortag und acht Dollar mehr als beim bisherigen Höchststand vergangenen Freitag. Auch der Silberpreis zog einmal mehr an und stieg mit 22,32 Dollar je Feinunze auf den höchsten Stand seit 30 Jahren.

Der Dollar hatte am Morgen kurzfristig etwas Boden gut gemacht, nachdem die japanische Zentralbank überraschend ihre Zinsen auf Null gesenkt hatte. Im Verlauf des Vormittags gab es für die US-Währung aber den nächsten Rückschlag. Der Euro verteuerte sich auf Kurse um 1,38 Dollar.

Die Rekordjag der Edelmetalle wird begleitet von immer neuen optimistischen Preisprognosen aus der Industrie und Finanzwirtschaft, die auf noch höhere Gewinne hoffen. So sagte Peter Hambro, Chairman von Russlands drittgrößtem Goldproduzenten Petropavlovsk, im Gespräch mit Bloomberg, Gold könne bis Jahresende auf 1500 Dollar steigen. In einem Jahr seien sogar 2500 Dollar je Feinunze drin.

Auch Anlagestratege Michael Power von Investec Asset Management, erwartet, dass der Preis weiter steigen wird. Dies liege zum Teil an dem schwachen Dollar, zum Teil an einer saisonal steigenden Nachfrage aus Asien.

Ein immer größerer Teil der Nachfrage nach Gold kommt allerdings nicht aus der Industrie, sondern von Anlegern. Jüngsten Daten zufolge entfällt auf sie mindestens 40 Prozent des Handelsvolumens am Goldmarkt. Beliebt wird an den Märkten zunehmend auch physisches Gold. Nach Angaben der Beratungsfirma GFMS halten Privatanleger aktuell - zum Beispiel über ETFs - rund 30 000 Tonnen Gold. Das ist mehr, als die weltweiten Zentralbanken an Goldreserven horten.

Profiteure der Entwicklung sind die Banken, die neben Erträgen aus dem Handel mit Gold auch an der Einlagerung der Barren und Münzen profitieren. Das Geschäft ist so lukrativ, dass JP Morgan nach einem Bericht der "Financial Times" in Manhattan einen in den 90er-Jahren geschlossenen unterirdischen Goldspeicher wieder geöffnet hat. Auch andere Banken hätten neue Tresorräume eröffnet.

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  • Gold- oder Silbertaler helfen immer und überall

    JA aber NUR Reales Gold und Silber,
    keine Fonds / Aktien etc , denn das ist NUR virtueller wert

  • Gold setzt Rekordjagd fort .

    Sehr gut.
    Wohl dem, der das Richtige zum richtigen Zeitpunkt gemacht hat.
    Weiter so!
    Mir kanns nur recht sein!

  • Wer jetzt nicht umschichtet in reale Wertspeicher wird dem wird es demnächst leid tun. in Krisenzeiten muss man aus dem Papier rausgehen. Mir hat das in den letzten 12 Monaten 30-40% gebracht.
    Wer nicht hört muss fühlen, leider werden das viele finanziell nicht überleben während andere die besten Gewinne ihres Lebens machen werden.

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