Dollar-Schwäche treibt den Gold-Preis
Eurokurs auf dem Weg zum Allzeithoch

Der Eurokurs hat sich mit einem Sprung über die Marke von 1,27 Dollar seiner Rekordmarke vom Februar weiter angenähert. Ohne große Auswirkungen am Devisenmarkt blieb der überraschend leicht gestiegene Ifo-Geschäftsklimaindex.

HB FRANKFURT. „Der Ifo-Index hat keine ernsthaften Auswirkungen auf den Euro. Was den im Moment treibt, ist die große Welle der Dollarschwäche“, sagte Devisenanalystin Dorothea Huttanus von der DZ Bank. Der höhe Ölpreis, das Defizit in der US-Handelsbilanz und die US-Konjunktursorgen bestimmten aktuell die Stimmung am Devisenmarkt. „Die Mischung der vergangenen Wochen bleibt bestehen und schwächt den Dollar weiter.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Euro-Referenzkurs auf 1,2792 (Freitag: 1,2606) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7817 (0,7933) Euro. Sein Allzeithoch hatte der Euro am 18. Februar bei 1,2930 Dollar erreicht. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,69455 (0,6910) britische Pfund, 136,30 (135,64) japanische Yen und 1,5326 (1,5384) Schweizer Franken fest. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in der deutschen Wirtschaft misst, verbesserte sich im September überraschend auf 95,3 von 95,2 Punkten im Vormonat.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt eine Verringerung auf 94,8 nach 95,2 Zählern im September erwartet. „Das ist sicherlich eine große Überraschung“, sagte Volkswirt Andreas Rees von der HVB. Owohl die Erwartungshaltung in den vergangenen Monaten nach unten gegangen sei, habe sich die tatsächliche Lage verbessert. „Das ist eigentlich ein typisches Zeichen, dass der Aufschwung sich dreht und in einen Abschwung übergeht. Klar ist nach dem Anstieg jetzt aber wohl, dass es keine Rezession geben wird, sondern dass es eine weiche Konjunkturlandung gibt.“

Sorge um norwegische Ölproduktion bringt Rekordpreise

Die Angst vor einem Ausfall der gesamten norwegischen Erdölproduktion hat die Ölpreise erneut auf Rekordstände getrieben. In New York verteuerte sich Rohöl zu Auslieferung im Dezember um 0,63 Prozent auf 55,52 Dollar pro Barrel (je 159 Liter). Experten hielten einen Preis von 60 Dollar für möglich, falls der Arbeitskampf auf norwegischen Bohrinseln tatsächlich die gesamte Ölförderung des Landes lahmlegen sollte. Der Preis für Nordsee-Öl der Marke Brent erreichte mit einem Anstieg von 1,3 Prozent auf 51,90 Dollar ebenfalls eine Rekordmarke.

Norwegens Ölproduktion ist durch einen Arbeitskampf auf den Bohrplattformen in der Nordsee bedroht. Der Reedereiverband in Oslo kündigte am Montag die Aussperrung von 2500 Beschäftigten in der Offshore-Industrie als Antwort auf einen seit vier Wochen andauernden Streik einiger hundert Mitglieder der Gewerkschaft OFS an. Die Aussperrung nach Ablauf der Friedenspflicht am 9. November würde die gesamte Förderung beim weltweit drittgrößten Ölexporteur lahmlegen. Norwegen bringt pro Tag 3,3 Millionen Barrel Öl auf den Weltmarkt. Die streikenden OFS-Mitglieder wollen mit ihrer Aktion eine Bestandsgarantie gegen die Verlagerung ihrer Arbeitsverträge zu ausländischen Unternehmen durchsetzten.

Ein Ausfall der norwegischen Ölförderung wäre schwer auszugleichen, zitierte die Finanznachrichtenagentur Bloomberg einen Marktexperten. Allerdings werde für wenig wahrscheinlich gehalten, dass es tatsächlich zu einem flächendeckenden Streik kommen wird. Weitere preistreibende Faktoren waren die Angst vor neuen Terroranschlägen auf Ölleitungen im Irak, die hohe chinesische Ölnachfrage, die unzureichenden amerikanischen Heizölreserven und die andauernden Produktionsausfälle im Golf von Mexiko.

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