Dollar-Stützung
Japan greift in Devisenmarkt ein

Erstmals seit 2004 hat Japan wieder am Devisenmarkt interveniert, um den Höhenflug des Yen zu stoppen.
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TOKIO. Bereits einen Tag nach dem Sieg von Premierminister Naoto Kan bei der Wahl zum Chef der Regierungspartei DPJ, der ihm für drei Jahre den Premierposten sicherte, kaufte die Regierung in einer abgestimmten Aktion mit der Zentralbank Dollar und verkaufte Yen, um den Yen abzuschwächen.

Der Yen war zuvor auf ein 15 Jahreshoch zum Dollar geklettert. Es sei ein Alleingang Japans gewesen, bestätigte Finanzminister Yoshihiko Noda auf einer kurzfristig einberaumten Pressekonferenz in Tokio. Die internationalen Partner seien aber informiert gewesen.

Zu Einzelheiten äußerte er sich nicht. Zugleich bekräftigte Noda, notfalls erneut zu intervenieren. Auch aus dem Außenministerium waren derartige Töne zu hören. Das Vorgehen Japans "wird nicht vorbei sein nach einen einzelnen Yen-Verkauf", sagte ein Offizieller.

Der starke Yen belastet zunehmend die vor allem auf den Export ausgerichtete Wirtschaft des Landes. Ein Regierungssprecher sagte, Japan habe versucht, die USA und die Europäer von der Notwendigkeit der Intervention zu überzeugen.

Händlern zufolge kaufte die japanische Notenbank Dollar bei einem Kurs von rund 83 Yen. "Mit der heutigen Aktion hat die japanische Regierung ihren Willen unterstrichen, den wilden Anstieg des Yen zu stoppen", sagte Daisaku Ueno, Präsident des Gaitame.com Research Institut, einer Einheit von Japans größtem Devisenhändler. "Diese Aktion kommt zu spät, aber besser als gar nicht."

Auch andere Experten äußerten sich verhalten optimistisch. Japans Eingriff könnte durchaus erfolgreicher sein als der Markt erwarte, sagte ein Währungsfachmann der Citibank. Da sei diese allgemeine Weisheit, dass es trotz dieser Intervention schwierig werde für Japan, aber der Markt sei "viel zu selbstgewiss", so Todd Elmer von der Citigroup in Singapur, zu der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Der Yen fiel nach der Intervention schnell gegenüber dem Dollar, der am Vormittag bei über 85 Yen stand.

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