Dollaranstieg belastet
Rohstoffpreise geben weiter nach

Der Drang in sichere Anlagen im Zuge der Hiobsbotschaften vom Golf wirft die Rohstoffpreise zurück. Weil der Dollar wie in Krisen üblich anzieht, geht es am Rohstoffmarkt abwärts. Der Goldpreis sank zeitweise auf den niedrigsten Stand seit einer Woche.
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HB FRANKFURT. Die Zweifel an der Zahlungsfähigkeit Dubais drücken deutlich auch auf die Rohstoffpreise. Anleger flüchteten auch am Freitag in den als sichere Anlage betrachteten Dollar, was die in der US-Währung abgerechneten Rohstoffe für Investoren außerhalb des Dollarraumes unattraktiver macht. „Die Lage in Dubai ist sehr beunruhigend“, sagte Rohstoffexperte Benson Wang von Commodity Broking Services in Sydney. „Die Leute sind offenbar besorgt wegen des möglichen Domino-Effekts, wenn Dubai seine Schulden nicht zurückzahlen kann.“ Damit werde außerdem die Zuversicht in die Erholung der Weltwirtschaft gedämpft.

Der Goldpreis fiel um bis zu 4,6 Prozent auf 1138,20 Dollar - den niedrigsten Stand seit einer Woche. Zugleich war dies der größte Kursrutsch binnen eines Handelstages seit gut einem Jahr. Im Verlauf grenzte Gold die Verluste aber wieder etwas ein und notierte am frühen Nachmittag mit 1156,15 Dollar noch drei Prozent tiefer. Silber verbilligte sich um 3,7 Prozent, Platin um 1,4 und Palladium um zwei Prozent.

Für Volkswirt Tatsufumi Okoshi von Nomura Securities ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis Gold die psychologisch wichtige Marke von 1200 Dollar überspringt. Seit Monatsbeginn hat sich das Edelmetall, angetrieben von der Dollar-Schwäche, um 13 Prozent verteuert.

Der Preis für die führende US-Ölsorte WTI fiel zeitweise auf ein Sechs-Wochen-Tief von 72,39 Dollar. Dies war ein Rückgang von über sieben Prozent. Am frühen Nachmittag kostete ein Fass WTI mit 74,15 Dollar noch knapp fünf Prozent weniger. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 1,8 Prozent auf 75,62 Dollar.

Auch die Metallpreise setzten ihre Talfahrt fort. Der Kupferpreis rutschte zeitweise um fast drei Prozent auf 6627 Dollar je Tonne - den niedrigsten Stand seit zwei Wochen. Im Verlauf notierte er mit 6777 Dollar noch 0,7 Prozent tiefer. Auch die Preise der anderen Industriemetalle gaben deutlich nach: Zink, Nickel und Blei verbilligten sich um rund drei Prozent, Aluminium und Zinn mehr als ein Prozent. Der Risikoappetit der Marktteilnehmer sei zumindest vorübergehend merklich geringer geworden, stellte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg fest. „Ohne Unterstützung der Finanzmärkte kommen die negativen Fundamentaldaten wieder stärker zur Geltung“, ergänzte er und verwies auf die größtenteils weiter gestiegenen Lagerbestände an der Londoner Metallbörse. Diese zeigten, dass der Preisanstieg der vergangenen Monate nicht fundiert gewesen sei.

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