Dollarschwäche hält an
Euro klettert erstmals über 1,25 Dollar-Marke

Bei ruhigem Handel hat der Euro zum Dollar am Montagmittag ein neues Allzeithoch und erstmals mehr als 1,25 Dollar erreicht. In der Spitze notierte die europäische Gemeinschaftswährung auf einem Stand von 1,2511 Dollar und erreichte damit ihren höchsten Stand seit Einführung an den Finanzmärkten im Januar 1999. Marktteilnehmer sehen weiteres Aufwärtspotenzial.

HB FRANKFURT. Marktteilnehmer nannten für den Euro als nächste Widerstände die Marken von 1,2553 und 1,2709 Dollar. Um 13.36 Uhr kostete ein Euro 1,2502 Dollar. Insbesondere mit der Eröffnung des Handels in New Yorks könnte es für die europäische Gemeinschaftswährung weiter aufwärts gehen. Das Rückschlagpotenzial liege derzeit bei 1,2480 Dollar, hieß es weiter. Das Geschäft sollte aber weiter sehr ruhig verlaufen.

„Die Kursbewegungen gehen vom Dollar aus“, sagte Währungsstratege Aziz McMahon von ABN Amro. „In einem durch Feiertage ausgedünnten Markt hat nichts die negative Stimmung für den Dollar aufhellen können.“ Katsunori Kitakura, Leiter der Treasury-Abteilung bei Chuo Mitsui Trust and Banking, sagte: „Der Verkaufstrend beim Dollar ist unverändert. Der Markt konzentriert sich weiterhin auf das Zwillingsdefizit in den USA. Solange sich daran nichts ändert, glaube ich nicht, dass der Dollar wieder gekauft wird.“ Als Zwillingsdefizit werden die hohen Fehlbeträge in der US-Leistungsbilanz sowie im US-Haushalt bezeichnet.

Händler sprachen von sehr geringen Umsätzen im Devisenhandel, da zwischen Weihnachten und Neujahr kaum Marktteilnehmer aktiv seien. Neben dem hohen Zwillingsdefizit in den USA habe auch das Auftreten eines Falles der Rinderseuche BSE den Dollar belastet, sagten Händler. Nach Bekanntwerden des BSE-Falls in den USA haben mehr als zwei Dutzend Länder vorsorglich ihre Rindfleischimporte aus den USA gestoppt. Der US-Agrarwirtschaft drohen nach Einschätzung von Volkswirten Milliardenverluste.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am vergangenen Mittwoch auf 1,2407 (Dienstag: 1,2392) Dollar festgesetzt.

Zu Jahresbeginn werden Analysten zufolge neue Konjunkturindikatoren aus den USA in den Mittelpunkt des Handels rücken. „Zahlreiche Marktteilnehmer setzen auf eine deutliche Wachstumsverlangsamung der US-Ökonomie während des ersten Vierteljahrs“, schrieben die Analysten von Helaba Trust in einem Marktkommentar. Sollten sich allerdings die Einkaufsmanagerindizes für den Großraum Chicago und für die gesamten USA auf den erreichten sehr hohen Niveaus behaupten können, wäre dies ein Indiz gegen eine nachhaltige Wachstumsabschwächung der US-Wirtschaft. Insgesamt werde die Luft für den Euro nach oben immer dünner. „Trotz der noch intakten aufwärts gerichteten Trendsituation scheint eine Konsolidierung überfällig“, schrieben die Analysten weiter.

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