„Drillco“
US-Frackingbranche wird bei der Finanzierung kreativ

Die US-Frackingindustrie boomt – trotz Einbruch des Ölpreises. Sogenannte „Drillcos“ schießen in den USA wie Pilze aus dem Boden und pumpen Kapital in die umstrittene Technologie. Es locken hohe Renditen.
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Houston„DrillCo“ heißt der letzte Schrei in der US-Frackingindustrie. Den Einbruch der Ölpreise hat sie überlebt und mit neuen Bohr- und Produktionstechnologien den Bemühungen der OPEC um eine Eindämmung des weltweiten Öl-Überangebots getrotzt. Nun nutzen einige der US-Schieferölproduzenten kreative Finanzierungsideen, um noch mehr schwarzes Gold zu fördern. Dazu werden Gemeinschaftsunternehmen gegründet, auf englisch kurz „DrillCos“ genannt, in denen das Geld von Finanzinvestoren wie Carlyle oder KKR mit dem Land der Produzenten zusammen gelegt wird.

Den Investoren ist in wenigen Jahren eine zweistellige Rendite sicher, während die Produzenten ihre Produktivität steigern können, ohne selbst mehr Geld in die Hand nehmen zu müssen. „Es gibt eine Menge Geld, das ein Zuhause sucht, insbesondere in diesem Niedrigzinsumfeld“, sagt Mingda Zhao von der Kanzlei Vinson & Elkins LLP, der solche Vereinbarungen schon ausgehandelt hat.

In den vergangenen zwei Jahren haben die Drillcos mindestens zwei Milliarden Dollar eingesammelt - ein kleiner Teil der gesamten Frackingfinanzierung. Er zeigt aber, wie Investoren und Produzenten noch mehr Öl sprudeln lassen können und damit der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) bei der Unterstützung der Preise einen Strich durch die Rechnung machen. Das Ölkartell erwartet 2018 trotz einer Verlängerung der Förderbremse, die den Ölpreis stabilisieren soll, ein weltweites Überangebot.

Denn insbesondere in den USA wird dank der aus Umweltschutzgründen umstrittenen Fracking-Technik wieder mehr Öl gefördert. Dabei wird das in tiefliegenden Gesteinsschichten lagernde Öl oder Gas unter hohem Druck mit Hilfe von Chemikalien gelöst. Angetrieben davon dürfte die US-Ölproduktion in diesem Jahr nach Einschätzung des US-Amts für Energiestatistik um 570.000 Barrel pro Tag (bdp) auf 9,9 Millionen bdp steigen.

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