Drohender Engpass
Preis für Öl steigt weiter

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) zieht weiter an. Ein Barrel (159 Liter) kostet inzwischen 71,36 US-Dollar und damit 22 Cent mehr als am vergangenen Freitag.

HB WIEN. Die internationalen Ölmärkte haben damit auf eine Warnung vor einer Öl- und Gasknappheit in fünf Jahren mit einem kräftigen Preisanstieg reagiert: Die Internationale Energiebehörde (IEA) in Paris hatte zuvor prognostiziert, dass in fünf Jahren die Öl- und Gasförderung nicht mehr mit der steigenden weltweiten Nachfrage mithalten könne.

Bis dahin war das Barrel (159 Liter) für die Auslieferung im August um die 72 Dollar gehandelt worden. Als Grund wurden bis dahin unbefriedigende Zuwächse in der Auslastung der US-Raffinerien genannt. Die USA verzeichnen zur Zeit eine kräftige Benzinnachfrage mit gleichzeitig unüblich vielen Raffinerieausfällen.

Die zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gehörende IEA erklärte, Öl und Gas könnten in fünf Jahren knapp werden, weil die Organisation der Erdöl exportierenden Staaten (OPEC) bei ihrer Produktion nicht mit der steigenden Nachfrage mitkomme. Die Ölproduzenten außerhalb der OPEC könnten die Lücke nicht schließen; die Benzinpreise würden folglich in die Höhe getrieben. Die IEA geht in der Studie von einem Anstieg der Nachfrage nach Rohöl von 2,2 Prozent pro Jahr aus, basierend auf einem globalen Wirtschaftswachstum von 4,5 Prozent.

Der Pariser Analyst Thierry Lefrancois sagte, die IEA habe sowohl eine politische Rolle als auch eine wirtschaftliche Aufgabe: Die Verteidigung des Verbrauchers. „Sie sagen der OPEC: Seht euch an, wo der Ölverbrauch 2012 sein wird, damit ihr die Ausweitung der Produktion beschleunigen könnt“, sagte Lefrancois. „Falls der Verbrauch jährlich mehr als zwei Prozent zunimmt, werden wir eine große Ölkrise haben.“

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